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Eltern des verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier fordern Schließung des "City Hostel" auf dem Berliner Gelände der Botschaft Nordkoreas

Freigeschaltet am 12.11.2019 um 06:32 durch Andre Ott
Ehemalige Nordkoreanische Botschaft in Berlin, heute "Cityhostel", Glinkastraße, Berlin-Mitte
Ehemalige Nordkoreanische Botschaft in Berlin, heute "Cityhostel", Glinkastraße, Berlin-Mitte

Foto: Gunnar Klack
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Eltern des nach seiner Rückkehr aus nordkoreanischer Haft verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier haben in Berlin die Schließung des umstrittenen "City Hostel" gefordert, das auf dem Gelände der Botschaft Nordkoreas in Berlin betrieben wird. Dort erzielt es entgegen geltender UN-Sanktionen mutmaßlich Einnahmen für den ostasiatischen Staat.

"Man muss das Regime verantwortlich machen, wo immer es Regeln bricht", verlangten Fred und Cindy Warmbier in einem Gespräch mit NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. Der Sohn der Warmbiers war im Januar 2016 in Pjöngjang aus einer Reisegruppe heraus festgenommen worden, weil er in der Silvesternacht ein Propagandaplakat aus dem Personaltrakt seines Hotels habe stehlen wollen. In einem offensichtlichen Schauprozess gestand er später unter Tränen, dass er im Geheimauftrag der US-Regierung gehandelt habe und wurde "wegen staatsfeindlicher Handlungen" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt.

Mitte 2017 wurde bekannt, dass er seit Monaten mit schweren Hirnschäden in einem Krankenhaus in Pjöngjang in einer Art Wachkoma lag. Kurz darauf stimmte das Regime einer Überführung in seine Heimatstadt Cincinnati zu, wo er an den Folgen des Hirnleidens verstarb. Die Eltern erheben seither schwere Foltervorwürfe gegen das Regime. Ein US-Bundesgericht sprach ihnen zuletzt 500 Millionen Dollar Entschädigung wegen Folter, Geiselnahme und Tötung zu. Nordkorea weist jeden Vorwurf zurück. Warmbier, so das Regime, sei entweder durch eine Lebensmittelvergiftung oder an einem falsch dosierten Beruhigungsmittel zu Schaden gekommen.

"Wir wollen wissen, was mit unserem Sohn passiert ist", sagte Vater Fred Warmbier am vergangenen Donnerstag,7. November, am Eingang von Nordkoreas Vertretung in Berlin, wo er gemeinsam mit seiner Frau vergeblich durch die Sprechanlage um ein Treffen mit dem Botschafter bat. Zugleich beklagten die Eltern, dass der Hotelbetrieb im Nebengebäude noch immer bestehe, der sowohl gegen internationales Recht verstoße als auch gegen die UN-Sanktionen. Ihr deutscher Rechtsanwalt Lothar Harings bekräftigte dies. "Die UN-Resolution ist in europäisches Recht umgewandelt worden, das gilt auch in Deutschland, aber sie wird nicht angewandt", so der Experte für Sanktionsrecht in den "Tagesthemen." "Ich glaube, die Behörden haben Anfangs die Situation falsch eingeschätzt. Und sie merken nun nach und nach, dass die Entscheidung, nicht konsequent gegen den Hotelbetrieb vorzugehen, nicht haltbar ist."

Quelle: NDR Norddeutscher Rundfunk (ots)

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