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Sankt Augustin: Wunderheilung sollte durch Geld erfolgen - Festnahme

Archivmeldung vom 10.10.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.10.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Polizei
Bild: Polizei

Am Donnerstagmittag (06.10.2022) gegen 15:00 Uhr hielt sich eine 70-jährige Frau aus Sankt Augustin in einem Bekleidungsgeschäft in der Südstraße in Sankt Augustin auf. Dabei wurde sie nacheinander von drei unbekannten Frauen angesprochen. Die Unbekannten erzählten der Frau, dass sie sehr krank und verhext sei.

Sie stünde mit einem Fuß bereits im Grab. Um ihr zu helfen, solle sie einen größeren Geldbetrag holen, auf den man diesen Fluch übertragen könne. Sie vereinbarten einen Treffpunkt, wo die Geschädigte erscheinen sollte, nachdem sie zu Hause ihr gesamtes Bargeld abgeholt hatte. Dieser Aufforderung kam sie nach.

Mit einem kleineren Geldbetrag erschien sie dann an dem vereinbarten Treffpunkt. Eine der Frauen wickelte das Geld in ein Handtuch, zerschlug unter anderem ein Ei darüber und gaukelte der 70-Jährigen vor, dass sie dieses unter ihr Kopfkissen legen und darauf schlafen sollte. Das würde den Heilungsprozess beschleunigen. Anschließend vereinbarten sie für den nächsten Tag in Sankt Augustin an der Mittelstraße ein erneutes Treffen, bei dem die Geschädigte zu ihrer Hausbank gehen und einen fünfstelligen Betrag abholen sollte. Dadurch würde sie das "Schlechte" aus ihrem Körper auf das Geld übertragen.

Der Sankt Augustinerin kamen jedoch Zweifel und sie kontaktierte die Polizei. Zusammen mit Zivilbeamtinnen des Kriminalkommissariats 2 und einem Zivilbeamten des Verkehrskommissariats wurde der vereinbarte Treffpunkt aufgesucht. Dort konnte eine der tatverdächtigen Frauen angetroffen werden. Die 37-jährige Frau ohne festen Wohnsitz in Deutschland wurde vorläufig festgenommen.

Während der Durchsuchung der 37-Jährigen konnte in ihren Sachen rund 23.000 Euro aufgefunden werden, die mutmaßlich aus weiteren Betrugsdelikten stammen. Das Geld wurde sichergestellt.

Sie wurde einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft wegen versuchten gemeinschaftlichen Betrug anordnete.

Quelle: Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis (ots)

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