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WDR-Recherche zu Berlin-Attentat: Anis Amri besuchte zwölf Moscheen im Ruhrgebiet

Archivmeldung vom 28.12.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.12.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Karl-Ludwig Poggemann, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: Karl-Ludwig Poggemann, on Flickr CC BY-SA 2.0

Nach Recherchen der Aktuellen Stunde des WDR vom Dienstag (27.12.2016) besuchte Anis Amri 15 Moscheen, zwölf davon lagen im Ruhrgebiet. Brisant: Am 14. Dezember, fünf Tage vor dem Anschlag in Berlin, beschreiben die Behörden noch die besondere Gefährlichkeit Amris.

Der Tunesier soll für den Anschlag mit zwölf Toten auf einen Berliner Weihnachtsmarkt verantwortlich sein. Am 23. Dezember war der flüchtige Amri in Italien in eine Polizeikontrolle geraten und getötet worden.

Acht Alias-Namen

Insgesamt kennen die Behörden acht Alias-Namen des Tunesiers. Unter einem dieser Namen stellte er Ende April 2016 einen Asyl-Antrag in Oberhausen. Eigentlich hätte er Nordrhein-Westfalen dann nicht mehr verlassen dürfen.

Acht Tage später wurde er deshalb vom Berliner Landeskriminalamt ausgestuft, wie es heißt. Die Behörde hatte ihn seit Monaten beobachtet. Nun erklärte sie sich also für nicht mehr zuständig. Am 10. Mai stufte ihn das LKA in Düsseldorf als Gefährder ein.

Amri war dem mehrseitigen Personenprofil der Sicherheitsbehörden zufolge seit Februar 2016 hauptsächlich in Berlin. Dabei verhalte er sich besonders konspirativ, heißt es in der Einschätzung. In Berlin sei er in mehreren Moscheen und wechsele öfter die Orte, an denen er schläft. Die von den Sicherheitsdiensten ermittelten Kontaktpersonen werden der salafistisch-islamistischen Szene zugerechnet. Bei zwei der Männer lägen sogar Erkenntnisse vor, dass sie eine staatsgefährdende Gewalttat planen - die juristische Bezeichnung für einen Terroranschlag.

Zahlreiche Kontakte nach Dortmund

Aber auch in Nordrhein-Westfalen war Amri offenbar besser vernetzt als bislang bekannt. Er hatte zahlreiche Kontakte nach Dortmund. Zwei der Männer hätten Bezüge zur Terrororganisation Islamischer Staat. Anfang des Jahres übernachtete Amri, so die Ermittler, in einer Koranschule in der Lindenhorster Straße. Für diese Madrasa habe er auch einen Schlüssel gehabt. Seit Ende 2015, so die Erkenntnisse, pendelte Amri regelmäßig zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet. Zwölf Moscheen habe er in Dortmund besucht, das Landeskriminalamt in Düsseldorf bezeichnete ihn auch als Vorbeter. Unter dem Datum vom 13. Oktober 2016 wird in dem der Aktuellen Stunde vorliegenden Dokument festgehalten, dass Beobachtungen der Sicherheitsbehörden zu Amri an das BfV gemeldet werden sollen - das Kürzel für das Bundesamt für Verfassungsschutz.

Quelle: WDR Westdeutscher Rundfunk (ots)

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