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Bistum Regensburg organisiert Widerspruch gegen Woelki-Kritikerin

Freigeschaltet am 11.10.2021 um 11:52 durch Sanjo Babić
Dr. Rainer Maria Woelki Bild: erzbistum-koeln.de
Dr. Rainer Maria Woelki Bild: erzbistum-koeln.de

Nach Kritik einer jungen Delegierten des "Synodalen Wegs" am Kölner Kardinal Rainer Woelki versuchen dessen Verteidiger, eine Gegenbewegung zu organisieren. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Montag online (ksta.de) berichtet, schrieb der theologische Referent des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer eine Rundmail an einen verdeckten Verteiler auf der Suche nach "Mitstreiterinnen und Mitstreitern auf dem katholischen Weg".

Das Schreiben mit offizieller Bistumsadresse und Signatur des Bischöflichen Sekretariats liegt dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vor. Es warnt vor Versuchen der "Synodalen-Weg-Seite", die "Skandalisierung gegen Woelki zu befeuern". Der Versuch sei "schlecht und angreifbar", heißt es weiter in der Mail. "Für jede Unterstützung im Kampf gegen emotionalisierte Skandalisierungskampagnen, die den Weg zu einer radikalen Umwandlung der Kirche ebnen sollen, bin ich dankbar", schreibt der Autor.

Konkret geht es um ein in der vorigen Woche auf Instagram veröffentlichtes Video der Augsburger Pfadfinder-Leiterin Viola Kohlberger. Sie berichtet darin, wie Kardinal Woelki sie einen Tag nach ihrer öffentlichen Kritik an ihm und anderen Bischöfen auf dem Weg zur Toilette abgefangen und ihr verbal hart zugesetzt habe. Wegen Kritikerinnen, wie sie eine sei, träten Menschen aus der Kirche aus. Kohlberger fühlte sich nach eigenem Bekunden von Woelki massiv unter Druck gesetzt. Der Kardinal entschuldigte sich später für diesen Eindruck. Er habe den Dialog suchen wollen.

In der Mail von Voderholzers Referent wird Kohlbergers Video als Ausdruck der "Panik" von Befürwortern des Synodalen Wegs gedeutet, "weil ihnen zunehmend alles aus dem Ruder läuft". Deshalb würden sie "in der nächsten Zeit bestimmt so weitermachen". Der Autor der E-Mail bittet abschließend um das "Gebet für die aufrichtigen Bischöfe".

Zuletzt hatte die zweite Synodalversammlung in Frankfurt mit großer Mehrheit eine Reihe von Textvorlagen und Handlungsempfehlungen auf den Weg gebracht, die mehr Rechte für Frauen, eine größere Beteiligung der Gläubigen und einen grundlegenden Wandel der katholischen Sexualmoral zum Ziel. Eine kleine Minderheit, als deren Wortführer Voderholzer auftrat, lehnte die Entwürfe ab. Endgültige Entscheidungen sollen erst im nächsten oder übernächsten Jahr fallen.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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