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Flüchtlingsrat warnt vor neuer Krise: "Eine Situation wie 2015 darf sich nicht wiederholen"

Archivmeldung vom 24.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: European Union/ECHO/Mathias Eick, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: European Union/ECHO/Mathias Eick, on Flickr CC BY-SA 2.0

Mit Blick auf den Krieg in Nordsyrien hat der Flüchtlingsrat NRW vor neuen Vertreibungen aus der krisengebeutelten Region gewarnt. In einem Gespräch mit der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen sagte die Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats, Birgit Naujoks, sie rechne mit einer Verschärfung der Situation an den EU-Außengrenzen. "Wir gehen davon aus, dass derzeit 165.000 Menschen allein vor den türkischen Truppen flüchten."

Der Flüchtlingsrat riet der nordrhein-westfälischen Landesregierung, aus der Vergangenheit zu lernen. In Zeiten, da Zentrale Unterbringungseinrichtungen geschlossen werden, sei es "wichtig, Kapazitäten vorzuhalten und abzuwägen, wie viele Einrichtungen noch gebraucht werden könnten". Eine Situation wie die des Sommers 2015 dürfe sich nicht wiederholen, sagte Naujoks. In jenen Monaten seien "die behördlichen Strukturen völlig überlastet" gewesen. "Man konnte weder adäquate Aufnahmebedingungen noch rechtsstaatliche Asylverfahren gewährleisten." Geflüchtete Menschen hätten "monatelang darauf warten müssen, überhaupt einen Asylantrag stellen zu dürfen".

Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) empfahl der NRW-Landesregierung ebenfalls, sich auf neue Flüchtlinge einzustellen. "NRW sollte sich auf steigende Flüchtlingszahlen vorbereiten", sagte der stellvertretende KGD-Vorsitzende Mehmet Tanriverdi der Zeitung. Er rechnet mit einer großen Flüchtlingsbewegung von Kurden nach Deutschland. Von den bis zu 300.000 Menschen, die nach seinen Informationen derzeit in der Region auf der Flucht sind, würden "viele alles dafür tun, um es nach Europa zu schaffen".

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) (ots)


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