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Bayern: 16-jährige Schülerin nach Skelettfund identifiziert

Archivmeldung vom 19.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Karl-Heinz Laube / pixelio.de
Bild: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Nach intensiven Ermittlungen anlässlich des Skelettfundes am Findberg nahe Aschaffenburg können die Kriminalpolizei Aschaffenburg und Staatsanwaltschaft nun nähere Angaben zur Identität machen. Demnach handelt es sich um die seit Mai 2017 vermisste 16-jährige Mezgin N., teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Fahndung nach Hashem N., dem Vater der Schülerin, läuft wegen des Verdachts eines versuchten und eines vollendeten Tötungsdeliktes auf Hochtouren.

Am 9. Dezember hatten Spaziergänger abseits des Weges die sterblichen Überreste eines Menschen entdeckt und die Polizei verständigt, so die Beamten weiter. Unverzüglich wurden intensive Ermittlungen der Kripo Aschaffenburg zur Identität, der Liegedauer und der Todesursache eingeleitet. Aufgrund rechtsmedizinischer Untersuchungen konnte zwischenzeitlich zweifelsfrei die Identität der Verstorbenen geklärt werden. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts eines Gewaltverbrechens, so die Polizei. Bei der skelettierten Person handelt es sich demnach um die seit dem 04. Mai 2017 vermisste 16-jährige Schülerin Mezgin N. aus dem Landkreis Aschaffenburg, so die Beamten. Angehörige hatten sie an jenem Donnerstagmittag bei der Polizei als vermisst gemeldet, nachdem sie nach der Berufsschule nicht nach Hause gekommen war.

Die Kripo hatte in der Folgezeit unter anderem mit Flugblättern nach der syrischen Jugendlichen an der Berufsschule gefahndet. Außerdem waren großangelegte Suchaktionen mit einem Polizeihubschrauber und Tauchern von Bereitschaftspolizei und Feuerwehr im Bereich der Aschaffenburger Ebertbrücke ergebnislos durchgeführt worden, so die Polizei weiter. Im dringenden Verdacht, für den Tod des Mädchens verantwortlich zu sein, steht ihr jetzt 44 Jahre alter Vater. Nach ihm wird bereits seit Anfang Juni 2017 mit Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Totschlags zum Nachteil des 23-jährigen damaligen Freundes der 16-Jährigen gefahndet. Der Tatverdächtige soll sich damals in der Nacht zum 2. Juni 2017 mit dem 23-Jährigen am Aschaffenburger Floßhafen getroffen und ihn mit einer Stichwaffe im Halsbereich schwer verletzt haben, so die Beamten. Der 23-Jährige, ebenfalls syrische Staatsangehörige, war von Anwohnern gefunden und vom Rettungsdienst in eine Klinik eingeliefert worden. Die nach der Tat unverzüglich eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen blieben bis jetzt ohne Ergebnis, so die Polizei. Inwiefern das Treffen bzw. die Tat in der Nacht etwas mit dem damaligen Verschwinden der 16-Jährigen zu tun haben, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen der zehnköpfigen EKO "Rucksack".

Teil dieser Ermittlungen ist in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg auch der Tatverdacht gegen den 44-Jährigen wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes zum Nachteil seiner 16-jährigen Tochter, so die Polizei. Darüber hinaus besteht gegen Hashem N. auch ein internationaler Haftbefehl zur Vollstreckung einer Gesamtfreiheitsstrafe von neun Monaten, die das Amtsgericht Aschaffenburg durch ein Urteil, das seit dem 23. Mai 2017 rechtskräftig ist, gegen ihn verhängt hat. Das Amtsgericht Aschaffenburg hatte Hashem N. für schuldig befunden, seine Tochter Mezgin im Mai und Juni 2016 geschlagen und ihr dabei Hämatome zugefügt und in einem dieser Fälle auch bedroht zu haben, so die Beamten weiter.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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