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Bahn legt über 5.400 Kilometer Streckennetz still

Archivmeldung vom 29.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Katharina Bregulla / pixelio.de
Bild: Katharina Bregulla / pixelio.de

Neue Zahlen der Bundesregierung machen das ganze Ausmaß der Streckenstilllegungen bei der Deutschen Bahn seit der Bahn-Reform 1994 deutlich. Mehr als 5.400 Kilometer ihres deutschen Streckennetzes seien demnach weggefallen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Wochenendausgabe unter Berufung auf eine Antwort von Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann auf eine Kleine Anfrage der Grünen.

In Betrieb seien heute noch gut 33.000 Kilometer. Damit habe die Bahn in den vergangenen 25 Jahren etwa 16 Prozent ihres gesamten Netzes aufgegeben, berichtet die Zeitung weiter. Im Bundestag herrscht angesichts des ausgedünnten Angebots und der aktuellen Probleme der Bahn Verärgerung. Ländliche Regionen würden abgehängt, klagt die Grünen-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock.

"Dies ist ein Sterben auf Raten", so die Grünen-Politikerin weiter. Statt in teure Prestigeprojekte und Logistikprojekte auf anderen Kontinenten müsse die Deutsche Bahn wieder stärker in ihr Kerngeschäft investieren, Menschen in Deutschland günstig und verlässlich von A nach B zu transportieren. Entscheidend für die Verkehrswende sei ein breit gefächertes Schienennetz in allen Regionen Deutschlands. "Wir wollen deshalb Schienennetze im Fern- und Nahverkehr in Stadt und Land ausbauen", kündigte Baerbock an.

Die Bahn verweist dagegen auf wirtschaftliche Nöte. Eine Streckenstilllegung werde nur in Betracht gezogen, wenn es zu wenige Fahrgäste oder Gütertransporte gebe, sagte ein Bahn-Sprecher der "Süddeutschen Zeitung" am Freitag. Das Aus für eine Trasse genehmige das zuständige Eisenbahnbundesamt zudem nur, wenn kein anderer Wettbewerber bereit sei, die Strecke weiter zu betreiben. Die Bahn verweist auch auf die Politik.

Die Länder hätten als Besteller von Nahverkehrsleistungen entscheidenden Einfluss darauf, ob eine Strecke stillgelegt wird. Zudem habe der Konzern im gleichen Zeitraum mit neuen Schnelltrassen auf mehr als 1.000 Kilometern auch neue Angebote geschaffen, so der Bahn-Sprecher.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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