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Gillette-Spot: Viel Kritik kommt von Frauen

Archivmeldung vom 25.01.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.01.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: gillette.com
Bild: gillette.com

37 Prozent der Frauen haben schlecht auf den Mitte des Monats veröffentlichten, umstrittenen Gillette-Spot reagiert, so eine Analyse des Datenanalytik-Hauses MavenMagnet. Während die Werbung sehr viel Aufmerksamkeit erregt hat, war diese im Vergleich zu anderen Marken-Kampagnen der jüngeren Vergangenheit somit insgesamt klar negativ, berichtet das Kreativwirtschafts-Magazin "Campaign Live".

Voll im Gerede

Schon kurz nach der Veröffentlichung war klar, dass der Gillette-Spot, der sich gegen klassisch-aggressive Männlichkeit richtet und Männer zu positiverem Verhalten aufruft, bei selbsternannten wahren Männern nicht gut ankam. Um die allgemeine Reaktion einzuschätzen, hat MavenMagnet hundertausende Online-Reaktionen von YouTube über Twitter und Facebook bis hin zu Kommentaren auf News-Seiten und in Foren untersucht. "Wenn Gillette die Konversation anregen wollte, ist das den 920.000 Posts, die wir analysiert haben, zufolge gelungen", meint Unternehmensgründer Aditya Ghuwalewala.

Für das Unternehmen könnte ihm zufolge aber überraschend kommen, dass auch so viele Frauen schlecht auf den Spot reagiert haben. "Hohe Negativität wurde von der Wahrnehmung getrieben, dass Gillette unfair in Sachen Geschlechterrechte ist sowie von Skepsis, dass das Unternehmen echte Veränderung bewirken will", sagt Ghuwalewala. Da mangelt es Gillette tatsächlich etwas an Glaubwürdigkeit. Speziell im englischsprachigen Raum hatten viele Frauen erneut auf die #PinkTax, also die höheren Preise der rosanen Venus-Modelle von Rasierern im Vergleich zu Männer-Modellen, hingewiesen.

(Kein) PR-Desaster

MagnetMaven zufolge war der auf den Spot folgende Online-Buzz zu 64 Prozent negativ und zu 34 Prozent positiv. Die Netto-Reaktion (Prozent positiv minus Prozent negativ) lag also bei minus 30 Prozent. Das ist um 104 Prozent schlechter als der Median 2.640 anderer Marken-Kampagnen, die das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren erfasst hat - also wirklich extrem negativ für Werbeverhältnisse.

Ob sich das negativ auf das Geschäft auswirkt, bleibt abzuwarten. Denn nur 43 Prozent der Konsumenten sind gegen die Werbestrategie der Marke, während 55 sie eigentlich befürworten. Manche denken sogar, dass diese letztlich deutlich profitieren werde. "Für all die Männer, die es leider nicht kapieren und sagen, sie kaufen nie mehr Gilette, gibt es wahrscheinlich fünf mehr Frauen, die in Zukunft für sich oder ihren Partner Gilette kaufen", so ein Kommentar.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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