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Schulräume zum Wohlfühlen und Lernen: Das Klassenzimmer als zweiter Pädagoge

Archivmeldung vom 22.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: aboutpixel.de / Classroom © Patricia Schramm
Bild: aboutpixel.de / Classroom © Patricia Schramm

Um die Lernatmosphäre von Klassenzimmern zu verbessern, haben Studierende der Technischen Universität München (TUM) Schulräume analysiert und Vorschläge für die Neugestaltung entwickelt. Denn wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass Farbe, Akustik und Ordnung nicht nur zum Wohlbefinden von Schülern beitragen, sondern auch den Lernerfolg verbessern können.

Wenn es im Klassenzimmer laut hallt, ist ein konzentrierter Unterricht kaum möglich. Was Lehrer und Schüler aus Erfahrung kennen, haben psychologische Studien bestätigt: Lärm und Nachhall machen Zuhören und Diskussion zum ermüdenden Kraftakt und verursachen Stress. In vielen Schulräumen sind daher mittlerweile Schallschutzdecken eingezogen worden.
Doch auch die Gestaltung des Raums spielt eine Rolle: Harmonierende Farben und Proportionen, Licht und Ordnung beeinflussen das Wohlbefinden und auch die Konzentration. So können sich Schüler einer amerikanischen Umfrage zufolge in unordentlichen Umgebungen schlechter konzentrieren, und eine deutsch-schwedische Untersuchung zeigte, dass sich die Anordnung von Tischen und Bänken auf die Teilnahme der Schüler am Unterricht auswirken kann.

Doch während der Bau einer Schule meist in den Händen eines Architekten liegt, wird bei der Ausgestaltung und Einrichtung der Klassenräume überwiegend auf vorgegebene Möbel und tradierte Standards vertraut -- so die Erfahrung des Schulbauarchitekten Ludwig Steiger, der an der TUM Baukonstruktion und Baugestaltung lehrt. Im Rahmen des Seminars "Lernumgebung Klassenzimmer" stellte Steiger daher zusammen mit seiner Mitarbeiterin Anna Gmelin seinen Studierenden die Aufgabe, Klassenzimmer verschiedener Berufsschulen zu analysieren und Vorschläge für eine innenarchitektonische Neugestaltung zu machen. "Mir war wichtig, dass die Studierenden keine Utopien entwerfen, sondern Entwürfe anfertigen, die sich auch realisieren lassen", erläutert Steiger. Außerdem handele es sich bei den Studierenden um Lehramtskandidaten im Fach Innenausbau und Raumgestaltung, die sich auf diese Weise mit der Gestaltung ihres zukünftigen Arbeitsplatzes auseinandersetzen.

Eine Fülle von Vorschlägen ist so zustande gekommen: So weicht in einem Raum das strenge grau-weiß der Wände einem warmen Orange, in einem anderen Raum werden die Tische mit verschiedenen Holzfarben furniert -- eine optische Referenz an die Holzbildhauer, die hier unterrichtet werden. Demonstrationsmodelle für den Unterricht, die bislang noch auf Regalen gelagert werden, wandern in geräumige Einbauschränke, die die akustisch ungünstigen Blechschränke ersetzen. Ordnung im Klassenzimmer schaffen auch optische Linien, die den Sitz- vom Computerarbeitsbereich abgrenzen. Als Raumteiler wirken Pflanzen -- in Hydrokultur, damit sie lange Wochenenden überstehen. Ganz praktisch wird es, wenn die Tafelwerkzeuge Lineal und Geodreieck griffbereit neben der Tafel aufgehängt werden -- anstatt hinter ihr zu verschwinden, wo sie kaum genutzt werden. Auch hängende Deckenleuchten aus vergangenen Zeiten, die mittlerweile den Schülern den Blick auf die Beamerprojektion erschweren, werden ersetzt.

"In den meisten Klassenzimmern sammeln sich über die Jahre Einrichtungsgegenstände an, die ohne gestalterisches Konzept die Räume füllen: Wandtafeln neben Computertischen, alte Regale und Bilder, und das alles zwischen farblos gewordenen Wänden bei unfunktionaler Beleuchtung", erläutert Ludwig Steiger. Anna Gmelin, die das Raumgestaltungsseminar an der TUM mit betreut, betont: "Die Entwürfe unserer Studierenden zeigen, dass sich oft schon mit einfachen Maßnahmen große Effekte erzielen lassen." Wenngleich es sich nicht um ausgearbeitete Pläne handele, hätten die Studierenden auch die Kosten im Blick gehabt, so dass sich mit einfachen Mitteln große Effekte erzielen ließen. 

Quelle: Technische Universität München

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