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400.000 "kleine Waffenscheine" beantragt - Anstieg um 49 Prozent

Archivmeldung vom 01.08.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.08.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
"iP1" von Armatix: intelligente Waffen unerwünscht. Bild: armatix.us
"iP1" von Armatix: intelligente Waffen unerwünscht. Bild: armatix.us

Immer mehr Bürger rüsten mit einem "kleinen Waffenschein" für Reizstoff- und Schreckschusswaffen auf. Im ersten Halbjahr stieg laut "Welt am Sonntag" die Zahl solcher Bescheinigungen um 49 Prozent.

"Mit Stand Juni 2016 waren 402.301 kleine Waffenscheine im Nationalen Waffenregister gespeichert", teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage mit. Im ersten Halbjahr 2015 waren noch 269.899 registriert worden. Mehr Schusswaffen hat sich die Bevölkerung hingegen nicht zugelegt. Die Zahl der Waffenbesitzkarten sank nach Angaben des Ministeriums sogar leicht auf 1,894 Millionen im ersten Halbjahr 2016.

Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 1,898 Millionen. Den Trend zu den Selbstverteidigungsmitteln bestätigen beispielsweise Köln und Leverkusen. Dort nahmen die Anträge auf "kleine Waffenscheine" laut Polizei sprunghaft zu. Von Januar bis einschließlich Juli beantragten allein in Köln und der Nachbarstadt Leverkusen 3.273 Einwohner den Schein. Im gesamten Jahr 2015 waren es dort gerade mal 547.

Rund die Hälfte dieser Anträge war zwar im Januar nach den Silvesterübergriffen auf der Domplatte eingegangen - doch derzeit sind es mehr als doppelt so viele pro Monat wie im Vorjahr. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der "Welt am Sonntag": "Es ist doch klar, dass die Anträge für den kleinen Waffenschein in die Höhe schnellen. Die Menschen haben zunehmend Angst vor Terror und Kriminalität.

Und sie lassen sich nicht länger mit Statistiken, Beschwichtigungen oder Ankündigungen beruhigen." Die Bürger wollten wenigstens das Gefühl haben, selbst etwas für ihre Sicherheit zu tun, wenn der Staat sie nicht ausreichend schützen könne. Aber Wendt warnt: "Im Ernstfall kann sich das als trügerisch und nutzlos erweisen. Denn den Umgang mit Waffen muss man lernen und trainieren." 2002 war der "kleine Waffenschein" nach Amokläufen an Schulen eingeführt worden. Gegen eine Gebühr wird er von der Polizei, Gemeinden, Kreisverwaltungen, Ordnungs- und Landrat! sämtern ausgestellt. Sie überprüfen die Zuverlässigkeit und Eignung der Antragsteller.

So dürfen sie nicht von Drogen und Alkohol abhängig sein. Die Innenexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, fordert Verschärfungen beim Waffenschein. Die Ex-Polizistin sagte der "Welt am Sonntag": "Wir halten es für geboten, dass auch für den Erwerb von Reizstoffwaffen die Vorlage des kleinen Waffenscheins notwendig wird." Bisher genügt ein Nachweis der Volljährigkeit - Kauf und Besitz der Waffen sind frei gestellt.

Wer sie aber mitführen will, braucht den "kleinen Waffenschein". Zusätzlich verlangt Mihalic höhere Standards für die Deaktivierung von Dekorationswaffen: "Es ist seit Jahren bekannt, dass diese Waffen viel zu oft, viel zu leicht wieder zu schussfähigen Waffen zurückgebaut werden können." Außerdem müsse die Lagerung von Schusswaffen und Munition gesetzlich schärfer geregelt werden. Ein schärferes Waffenrecht lehnt der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenhändler (VDB) ab. "Das würde die gefühlte Sicherheit der Bürger um null Prozent erhöhen.

Hauptproblem sind illegale Schusswaffen, die über Schwarzmärkte und das Darknet beschafft werden", sagte VDB-Geschäftsführer Ingo Meinhard der "Welt am Sonntag". Seit den Pariser Anschlägen im November 2015 würden sich Bürger verstärkt Abwehrmittel zum eigenen Schutz besorgen, weil der Terror nach Europa gekommen sei: "Gekauft hat ein Querschnitt der Bevölkerung, vom einfachen Arbeiter bis zum Professor."

Sorge bereitet dem VDB der Vertrieb von Pfeffersprays über Supermärkte, Autobahnraststäten und Drogeriemärkte. "Pfeffersprays sollten im Fachhandel verkauft werden. Sie sind im Notwehrfall äußerst effektiv. Darum ist eine persönliche Beratung nötig", sagte Meinhard der "Welt am Sonntag".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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