Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Vermischtes Heimkinder: Acht von zehn Kindern in Waisenheimen sind nicht elternlos

Heimkinder: Acht von zehn Kindern in Waisenheimen sind nicht elternlos

Archivmeldung vom 27.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Wilhelmine Wulff_All Silhouettes / pixelio.de
Bild: Wilhelmine Wulff_All Silhouettes / pixelio.de

80 Prozent der Jungen und Mädchen, die weltweit in Waisenheimen leben, sind gar keine Waisen. Betroffen sind nach Angaben der SOS-Kinderdörfer etwa 6,4 Millionen Kinder. "Diese Kinder wachsen in Institutionen auf, die sehr mangelhaft sind", kritisiert Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit. Das Leben in solchen Einrichtungen schade der körperlichen und seelischen Entwicklung der Kinder und setze sie vielen Gefahren aus.

"Oft haben die Kinder noch Eltern, die sie aber ins Heim geben, weil sie arm sind oder überfordert und auf ein besseres Leben für die Kinder hoffen. So werden diese Kinder ihres Rechts beraubt, bei Eltern aufzuwachsen. Dabei könnten sie mit professioneller Unterstützung bei ihren Familien oder in Pflegefamilien aufwachsen", so Yassin weiter.

Vor allem in armen Ländern gäbe es private Waisenhäuser oft nur deshalb, weil sich mit Spendeneinnahmen gutes Geld verdienen lasse. So sei nach dem Erdbeben in Haiti die Zahl der Waisenhäuser um 150 Prozent gestiegen. Die Einnahmen schätzen die SOS-Kinderdörfer auf rund 90 Millionen Euro. Teilweise würden Kinder regelrecht angeworben. "Die Eltern schicken ihre Kinder in dem Glauben ins Heim, dass es ihre einzige Chance auf Nahrung und Bildung sei", sagt Yassin. "Dabei hat das Leben dort katastrophale Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder."

Kinder, die in Institutionen aufwüchsen, seien vielfältig benachteiligt, ihre körperliche, soziale und kognitive Entwicklung verzögert. Zudem lebten sie mit einem mehr als vierfach höheren Missbrauchs-Risiko als Kinder, die in Familien aufwüchsen.

"Statt Waisenheime zu unterstützen, müssen wir dafür Sorge tragen, dass Familien erst gar nicht auseinanderbrechen. Parallel dazu braucht es ein stabiles Netzwerk aus Pflegefamilien und kleinere Einrichtungen für Jungen und Mädchen, die eine besondere Betreuung brauchen. Der Anspruch muss sein: so familiennah wie möglich!"

Die SOS-Kinderdörfer setzten sich seit 70 Jahren dafür ein, dass Kinder in Familien aufwachsen und ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Quelle: SOS-Kinderdörfer weltweit (ots)

Anzeige:
Videos
Screenshot aus dem Ende befindlichen Videobeitrag
Zecken, und wie man sich davor schützt
Masern-Ausschlag bei einem nigerianischen Mädchen.
Welches Masernvirus?
Termine
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:

Anzeige