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Gutachter empfiehlt Jugendstrafrecht für Stuttgarter Todesraser

Freigeschaltet am 13.09.2019 um 15:41 durch Andre Ott
Gesetze & Gesetzesbücher (Symbolbild)
Gesetze & Gesetzesbücher (Symbolbild)

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Für den 20-jährigen mutmaßlichen Todesraser von Stuttgart, der seit Mittwoch vor Gericht steht, scheint eine Verurteilung zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen zweifachen Mordes wenig wahrscheinlich. Dies legt nach Informationen des Kölner "Express" und des "Kölner Stadt-Anzeiger" das vorläufige Gutachten eines Kinder- und Jugendpsychiaters nahe, der den Heranwachsenden Mert T. untersucht hat.

Demnach empfiehlt der Gerichtsgutachter, bei dem Angeklagten das Jugendstrafrecht anzuwenden. Im Gegensatz zum Erwachsenengesetzeskatalog beträgt hier die Höchststrafe zehn Jahre. Zur Begründung verweist der Gutachter darauf, dass der Deutsch-Türke Mert T. äußerst eng an die Mutter gebunden sei und sich nicht altersgerecht verhalte. Trotz einiger Auffälligkeiten in der Persönlichkeit hält der Psychiater den Angeklagten für voll schuldfähig. Seit Mittwoch muss sich der 20-jährige Azubi vor der Jugendstrafkammer in Stuttgart wegen zweifachen Mordes verantworten, weil er im vergangenen März mit einem gemieteten Jaguar durch das Stuttgarter Bahnhofsviertel gerast sein soll, um seinen Freunden zu imponieren.

Bei seiner letzten Fahrt kurz vor Mitternacht verlor er mit 168 Stundenkilometern in der City die Kontrolle über sein Fahrzeug und knallte in einen Kleinwagen. Für die beiden Insassen, Riccardo K., 25, und Jaqueline B., 22, die erst vor Kurzem aus Neuss in die Landeshauptstadt gezogen waren, kam jede Hilfe zu spät. Der Gutachter wird wohl zum Prozessende abschließend Stellung zur Persönlichkeit des Angeklagten nehmen. Letztlich muss das Gericht darüber entscheiden, nach welchem Strafrechtskatalog Mert T. abgeurteilt wird. Wie weiter zu erfahren war, hat der Angeklagte vor Prozessbeginn an die Eltern beider Opfer einen kurzen Brief aus der Untersuchungshaft geschrieben, in dem er zutiefst bereut, was er angerichtet hat. Nach seinen Worten plagen ihn große Schuldgefühle. Tag für Tag müsse er an die Geschehnisse denken.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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