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Experten: Hoeneß könnte schon nach drei Monaten Freigang bekommen

Archivmeldung vom 15.03.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.03.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Uli Hoeneß
Uli Hoeneß

Foto: BMK
Lizenz: CC-BY-SA-2.5
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Uli Hoeneß kann nach Ansicht von Experten möglicherweise bereits nach drei Monaten Gefängnis mit Hafterleichterungen rechnen. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, könnte die vom Landgericht München II ausgesprochene Strafe von drei Jahren und sechs Monaten laut Gesetz nach der Hälfte der Zeit zur Bewährung ausgesetzt werden. Der 62-Jährige käme dann nach 21 Monaten frei. Nach Artikel 13 des Bayerischen Strafvollzugsgesetzes kann 18 Monate vor der Freilassung der Gefangene auf Freigang hoffen.

In Justizkreisen hieß es: "Hoeneß muss vielleicht drei oder vier Monate tatsächlich in Landsberg am Lech sitzen, dann kommt er ins Freigängerhaus" nach München.

Umfrage: Haftstrafe für Hoeneß angemessen

Die Mehrheit der Deutschen hält die Strafe für Uli Hoeneß für angemessen. In einer repräsentative Emnid-Umfrage für das Nachrichtenmagazin "Focus" nach dem Urteilsspruch sagten 51 Prozent der Befragten, die Haftstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Steuerhinterziehung sei angemessen. 38 Prozent ist das Strafmaß zu niedrig. Lediglich sieben Prozent vertraten die Auffassung, der bisherige Präsident des FC Bayern sei zu hart bestraft worden.

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte im Auftrag von "Focus" am 13. und 14. März 1.000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger.

Claudia Roth schließt Hoeneß-Comeback nicht aus

Die Grünen-Politikerin Claudia Roth schließt nicht aus, dass Uli Hoeneß nach dem Urteil im Steuerprozess seine frühere Vorbildfunktion zurückerlangen kann. "Das ist sicher noch ein weiter Weg", sagte die Bundestagsvizepräsidentin der "Welt". "Was Uli Hoeneß gemacht hat, war keine Lappalie." Sein Lebenswerk und seine Glaubwürdigkeit seien in hohem Maße erschüttert. "Aber unser Rechtssystem zielt auf Resozialisation, das gilt auch für Uli Hoeneß." Roth zeigte sich erleichtert, dass Hoeneß am Freitag den Rückzug aus der Spitze des FC Bayern und den Verzicht auf eine Anfechtung seiner Haftstrafe erklärt hatte. "Das Gerichtsurteil von dreieinhalb Jahren Gefängnis war richtig und wichtig. Und es war unausweichlich", sagte sie. "Das Urteil für Hoeneß macht klar: Steuerhinterziehung ist nicht nur unanständig, sondern Diebstahl an unserem Staat. Und der Staat ist für das Gemeinwohl verantwortlich, er ist der Manager unseres Zusammenlebens." Als Konsequenz aus dem Fall Hoeneß sprach sich die Grünen-Politikerin dafür aus, die Steuern für Spitzenverdiener anzuheben. "Für die ganz Wohlhabenden ist die Besteuerung in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch moderat", sagte Roth. "Wir sollten jetzt neu darüber nachdenken, ob die Reichen in unserer Gesellschaft in Zukunft mehr Verantwortung tragen können und dem Staat, von dem auch sie profitieren und der dazu beigetragen hat, dass sie stark und erfolgreich wurden, mehr zurückgeben sollten. Wenn der Fall Hoeneß dazu beiträgt, hat er auch etwas Gutes."

Der frühere Bayern-Manager war am Donnerstag wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Hoeneß verzichtete auf Revision und erklärte, seine Haftstrafe sofort antreten zu wollen. Die Staatsanwaltschaft hat noch bis Donnerstag Zeit, Revision einzulegen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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