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Brauche ich wirklich einen Neuanfang? Bei diesen drei Gründen sollten Sie Ihren Job lieber nicht wechseln

Archivmeldung vom 30.12.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.12.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Depression  Bild: pixelio.de, G. Altmann
Depression Bild: pixelio.de, G. Altmann

Mit dem Silvesterfeuerwerk beginnt nicht nur ein neues Jahr, in vielen Menschen wächst auch der Wunsch nach einem beruflichen Neuanfang. Kein Wunder: Umbrüche und Wechsel in der Berufsbiografie sind heute normal, und der Arbeitsmarkt ist mindestens so dynamisch und vielfältig wie unsere Ansprüche an ein erfülltes Berufsleben. Ein Schritt in einen komplett anderen Job muss nicht immer richtig sein. Kara Pientka ist Mitbegründerin des INHESA-Instituts und eine der Pionierinnen des Business Health Coaching in Deutschland.

Seit über 25 Jahren begleitet sie Fach- und Führungskräfte namhafter Unternehmen wie ERGO, PricewaterhouseCoopers oder der Otto Group bei beruflichen und persönlichen Veränderungsprozessen. Sie weiß: Neben guten Gründen, sich beruflich zu verändern, wie eine hohe gesundheitliche Belastung oder fehlende Perspektiven, gibt es auch Faktoren, die sich negativ auf den Arbeitsalltag auswirken, aber nicht unbedingt ein Grund für einen Wechsel sein müssen.

Lieber noch einmal nachdenken: Diese drei Gründe sprechen nicht unbedingt für einen übereilten Wechsel

  • Kurzfristige Frustration: Jeder Mensch hat Tage, an denen er nicht mit sich im Reinen ist. Nur weil Sie sich vorübergehend überfordert fühlen und mit Ihrer Leistung unzufrieden sind, müssen Sie nicht unbedingt wechseln. Beobachten Sie, welcher Zustand überwiegt und nehmen Sie sich Zeit für Ihre Entscheidung. Es kann sein, dass Sie mit einem gezielten Coaching wieder ins Gleichgewicht kommen und mehr Freude an Ihrer Arbeit haben.
  • Gelegentliche Kritik: Es kann vorkommen, dass Ihre Vorgesetzten mit Ihren Leistungen nicht zufrieden sind und Sie deshalb kritisieren. Es kann auch sein, dass Sie dabei nicht immer sachlich bleiben und sich deshalb schlecht fühlen. Eine gelegentliche Kritik ist aber in der Regel kein Grund, den Arbeitsplatz zu wechseln. Vielleicht gibt es ja wirklich Lernfelder, die es wert sind, angegangen zu werden. Lernen, um sich beruflich weiterzuentwickeln, ist eine empfehlenswerte und lebenslange Grundhaltung.
  • Überschaubare Probleme mit dem Chef oder Kollegen: Führungskräfte sind oft selbst überfordert und reagieren unangemessen. Auch Kolleginnen und Kollegen können uns herausfordern. Aber niemand kann garantieren, dass man im nächsten Job nicht wieder mit herausfordernden Persönlichkeiten zu tun hat. Schließlich hat man selbst in der Regel auch nicht nur perfekte Seiten. Wenn die Probleme jedoch chronisch werden und ein produktives Arbeiten nicht mehr möglich ist, kann das gesundheitliche Folgen haben. In diesem Fall sollte man sich natürlich um einen Arbeitsplatzwechsel bemühen.

Generell sollte man bei Veränderungswünschen immer herausfinden, worum es im Kern geht: Gibt es wirkliche Gründe für einen Jobwechsel oder geht es darum, endlich die anstehenden Konflikte im aktuellen Job zu lösen. Das sei ähnlich wie in einer Liebesbeziehung, sagt Pientka. Oft lohne es sich, noch einmal zu versuchen, die Bedürfnisse wirklich zu klären, bevor man einen Schlussstrich ziehe.

Ein offenes und mutiges Gespräch mit der Führungskraft, um die eigenen Anliegen vorzubringen, ist also fast immer ratsam, bevor man den Arbeitgeber verlässt. Hier gilt: Wer seine Bedürfnisse und Unzufriedenheiten nicht transparent macht, wird auch kein Gehör finden.

Quelle: Inhesa (ots)

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