Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Vermischtes Datenanalyse: Kinderkleidung transportiert Geschlechterstereotype

Datenanalyse: Kinderkleidung transportiert Geschlechterstereotype

Archivmeldung vom 13.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Knabe um 1902 in Matrosenmantel und weißem Kleid darunter (Symbolbild)
Knabe um 1902 in Matrosenmantel und weißem Kleid darunter (Symbolbild)

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Bei Kinderbekleidung gibt es deutliche Unterschiede zwischen Produkten für Mädchen und Jungen. Dies zeigt eine Untersuchung der "Neuen Osnabrücker Zeitung", für die 3097 Oberteile in den Größen 62 bis 182 aus den Online-Shops von Otto, C&A und H&M analysiert wurden. Demnach ist Grau sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen die häufigste Farbe bei den Oberteilen, bei den Mädchen folgt jedoch auf dem zweiten Platz Rosa.

Bei den Jungenoberteilen wurden nach Grau die Farben Schwarz, Blau und Rot am häufigsten gefunden. Zudem werden für Jungen deutlich mehr dunkle Grau- und Blautöne angeboten als für Mädchen. Daran würden "geschlechtsstereotype Zuordnungen" deutlich, die sich "einschränkend auf zukünftige Lebensentwürfe und die Berufswahl der Kinder auswirken können", kommentiert eine Sprecherin des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die Ergebnisse. Durch Farben würden Jungen und Mädchen gewisse Attribute zugeschrieben, die für erwachsene Männer und Frauen als attraktiv gelten, sagte der Farbforscher Axel Buether der NOZ, der als Professor im Fachbereich Design und Kunst an der Bergischen Universität Wuppertal lehrt. Schwarz, das bei den Jungen neben Blau häufig auftritt, transportiert ihm zufolge eine gewisse Coolness. "Das ebenfalls häufige Rot steht für Attribute wie Wildheit, Aggressivität und körperliche Leistung", fügte er hinzu.

"Das Rosa bei den Mädchen hingegen wird assoziiert mit Weiblichkeit und Schönheit." Deutlich sind auch die Unterschiede bei den Motiven, die auf die Kinderoberteile aufgedruckt sind. Bei beiden Geschlechtern landet die Kategorie "Tiere" auf Platz 1, am häufigsten jeweils der Hund. Auf den weiteren Rängen der Tiermotive werden Unterschiede offensichtlich: Auf den Jungen-Shirts dominieren Hai, Tiger, Bär und Hirsch. Demgegenüber stehen Schmetterlinge, Flamingos und andere Vögel, Katzen, Lamas sowie Pferde auf den Mädchenshirts. Mädchen werden durch die Auswahl an Motiven "eher die Attribute niedlich und zurückhaltend zugeschrieben", heißt es im Ministerium. Den Motiven nach sollten Jungen hingegen "eher wild, draufgängerisch und technikorientiert sein".

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

Anzeige:
Videos
Screenshot aus dem Ende befindlichen Videobeitrag
Zecken, und wie man sich davor schützt
Masern-Ausschlag bei einem nigerianischen Mädchen.
Welches Masernvirus?
Termine
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:

Anzeige