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Wiener Tourismusverband eröffnet „OnlyFans“-Account: Provokante Antwort auf Nacktheit-Zensur

Archivmeldung vom 18.10.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.10.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Naturhistorisches Museum am Maria-Theresien-Platz
Naturhistorisches Museum am Maria-Theresien-Platz

Foto: Bwag
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der WienTourismus hat als Reaktion auf die Nacktheit-Zensur in den sozialen Medien einen Account auf der Plattform OnlyFans erstellt. Das ist das einzige Portal, auf dem die Veröffentlichung von Nacktbildern erlaubt ist, schreibt das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter ist auf deren deutschen Webseite dazu folgendes zu lesen: "Mit seiner neuen Aktion „Vienna strips on OnlyFans“ will der WienTourismus „die Freiheit der Kunst in den Fokus einer gesellschaftskritischen Debatte stellen”. Das soziale Netzwerk OnlyFans, das vor allem mit Inhalten für Erwachsene assoziiert wird, will der WienTourismus nutzen, um Werke zu zeigen, „die Teile des internationalen Kunstkanons sind, aber aufgrund von Nacktheit auf anderen sozialen Medien der Zensur unterliegen”.

„In den sozialen Medien bestimmen Algorithmen, wie viel Nacktheit gezeigt werden darf, und zensieren dabei nicht selten weltberühmte Kunstwerke”, sagte Norbert Kettner, der Direktor des WienTourismus.

„Wir stellen daher die Frage, wie viel Nacktheit wir aushalten und wer bestimmen kann, was wir als anstößig empfinden. In der Kulturmetropole Wien lässt sich die Frage beantworten: Aktkunst ist gesellschaftspolitisch und künstlerisch Teil der Kulturgeschichte.“

Wer WienTourismus auf OnlyFans abonniert, kann sowohl Kunstwerke aus Wiener Museen sehen als auch eine Eintrittskarte für diese Museen oder eine Vienna City Card bekommen.

Museen werden oft blockiert

Von Zensur auf sozialen Netzwerken werden Museen immer wieder betroffen.

Im Juli wurde der TikTok-Account des Albertina-Museums zunächst eingefroren und dann gesperrt, weil er Arbeiten des japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki gezeigt hatte. Auf den Bildern waren weibliche Brüste zu sehen. Das Museum war gezwungen, ein weiteres Konto zu erstellen.

Im Jahr 2019 beschloss Instagram, dass ein Gemälde von Peter Paul Rubens gegen die Standards der Social-Network-Community verstoße, die jegliche Nacktheit verbietet, auch wenn es sich um ein Kunstwerk handelt.

Im Jahr 2018 entfernte Facebook Fotos der Venus von Willendorf aus dem Naturhistorischen Museum Wien. Die 30.000 Jahre alte Kalksteinfigur wurde vom Facebook-Algorithmus als pornografischer Inhalt angesehen.

Soziale Netzwerke haben viele andere Bilder blockiert, die von Museen veröffentlicht wurden. Alle Werke, die zur Veröffentlichung auf Facebook, TikTok und Instagram verboten sind, werden nun auf OnlyFans gezeigt.

Ironischerweise wurde der WienTourismus mit Problemen auch mit der Werbekampagne um sein OnlyFans-Konto konfrontiert. Geplant war, so der WienTourismus, Teaservideos auf Instagram und Twitter auszuspielen.

„Dieser Plan konnte jedoch nicht umgesetzt werden, da sogar die Teaser, in denen sensible Körperteile verdeckt oder abgeschnitten wurden, als ‚nicht jugendfrei’ oder ‚pornografisch’ eingestuft wurden.”

Helena Hartlauer, die Sprecherin von WienTourismus, sagte, die Kunstwerke, die verbannt würden, seien „entscheidend und wichtig für Wien – wenn man an das Selbstbildnis von Schiele von 1910 denkt, ist es eines der ikonischsten Kunstwerke”. Wenn sie nicht auf einem so starken Kommunikationstool wie Social Media verwendet werden könnten, so Hartlauer, sei das „unfair und frustrierend”. „Deshalb dachten wir: endlich eine Möglichkeit, diese Dinge zu zeigen.“ "

Quelle: SNA News (Deutschland)

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