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Schiffsunfall vor Rügen: Frachter hatte radioaktives Gefahrgut geladen

Archivmeldung vom 22.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: A. Fehmel / pixelio.de
Bild: A. Fehmel / pixelio.de

Ein russischer Frachter, der vor der Küste Rügens in der Nacht zum 18. Oktober mit einer Segelyacht kollidiert war, hatte radioaktives Material geladen. Nach Recherchen des NDR Politikmagazins "Panorama 3" (Sendung: Dienstag, 22. Oktober, 21.15 Uhr, NDR Fernsehen) handelte es sich dabei um radioaktives Gefahrgut der Klasse 7. Dazu gehört unter anderem Uranhexafluorid und Urandioxid.

Das 100 Meter lange Frachtschiff "Mikhail Lomonosov" aus St. Petersburg hatte die Segelyacht eines britischen Skippers gerammt. Die Yacht wurde schwer beschädigt und musste daraufhin mit Hilfe eines Seenotrettungskreuzers der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in den Hafen von Glowe auf Rügen geschleppt werden. Die Kollision hatte bei der Yacht einen Mastbruch und einen Motorschaden verursacht.

Im Gespräch mit "Panorama 3" berichtete der Kapitän der Segelyacht, dass der russische Gefahrguttransporter sich nicht an die Seeverkehrsregeln gehalten und die Vorfahrt des kleineren Segelboots missachtet habe. Das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie hat mittlerweile Vorermittlungen aufgenommen.

Nach dem Unfall hatte die "Mikhail Lomonosov" die Fahrt fortgesetzt. Durch den Nord-Ostsee-Kanal erreichte sie am Montagmorgen, 21. Oktober, den Burchardkai im Hamburger Hafen und ließ dort die radioaktive Fracht löschen. Das bestätigte jetzt die Wasserschutzpolizei Hamburg auf Nachfrage von "Panorama 3". Derartige Güter werden von Hamburg aus zur Brennelementefabrik in Lingen bzw. zur Urananreicherungsanlage in Gronau gebracht. Mittlerweile ist das Schiff der russischen Reederei Northern Shipping Company in Richtung Antwerpen unterwegs.

Die Hamburger Umweltschutzgruppe "SAND" fordert den sofortigen Stopp von atomaren Transporten auf dem Wasserweg. Erst im Mai dieses Jahres war es im Hamburger Hafen zu einem Unfall mit Uranhexafluorid gekommen, als der Spezialfrachter "Atlantic Cartier" in Brand geraten war.

Quelle: NDR Norddeutscher Rundfunk (ots)

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