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Wachwechsel bei der NATO - Minenjagdboot "Bad Bevensen" löst "Homburg" ab

Archivmeldung vom 18.10.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.10.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Rückkehr des Minenjagdbootes Bad Bevensen aus dem NATO-Einsatz SNMCMG 2 mit dem Kommandanten Korvettenkapitän Axel Hänisch Bild: Björn Wilke
Rückkehr des Minenjagdbootes Bad Bevensen aus dem NATO-Einsatz SNMCMG 2 mit dem Kommandanten Korvettenkapitän Axel Hänisch Bild: Björn Wilke

Am Donnerstag, den 21. Oktober 2021 um 10 Uhr, verlässt das Minenjagdboot "Bad Bevensen" seinen Heimathafen Kiel. Das Boot gehört für die kommenden Monate dem Ständigen Minenabwehrverband der NATO SNMCMG 1 (Standing NATO Mine Countermeasures Group 1) an und löst damit die "Homburg" ab.

Unter dem Kommando von Korvettenkapitän Christopher Fenske (37) wird die 42-köpfige Besatzung in Richtung Cuxhaven auslaufen, um sich dort dem NATO-Verband anzuschließen. Der erste Teil des rund sechsmonatigen Einsatzes wird die "Bad Bevensen" in die Ostsee führen. "Die Teilnahme an der SNMCMG 1 stellt den Höhepunkt der bis dato geleisteten Ausbildung dar und ermöglicht der Besatzung und dem Boot, die erarbeiteten Fähigkeiten nun einzubringen. Operative und seemännische Übungen vertiefen das Zusammenspiel zwischen den Einheiten der unterschiedlichen NATO-Nationen", erklärt Korvettenkapitän Fenske.

Nach einer kleinen Pause über den Jahreswechsel wird sich das Kieler Boot auf den Weg Richtung belgische Küste machen. Dort beginnen Anfang Februar die ersten internationalen Manöver und Verbandsübungen. Im Anschluss wird die "Bad Bevensen" auch an sogenannten HOD Operations im Gebiet der deutschen Bucht teilnehmen. HOD steht für Historic Ordnance Disposal oder "Altlastenbeseitigung", die regelmäßig in Nord- und Ostsee durchgeführt wird. Im Anschluss folgen weitere Verbandsübungen, die die Besatzung bis hoch in den Norden führen. "Im zweiten Teil der Verbandsteilnahme stellt vor allem die klimatische Herausforderung im europäischen Nordmeer eine Belastung für Personal und Material dar. Diese gilt es zu meistern", so der Kommandant.

Nach diesem anspruchsvollen Kältetest für Boot und Besatzung werden sie pünktlich zum Osterfest, Mitte April, in Kiel zurückerwartet. Dann hoffentlich schon mit milderen Temperaturen.

Hintergrundinformationen

Die NATO unterhält vier ständige maritime Einsatzverbände, die von den Mitgliedsstaaten mit Schiffen und Booten besetzt werden und gemeinsam mit Luft- und Landstreitkräften sowie Spezialeinheiten die 2002 aufgestellten NATO-Eingreifkräfte NATO Response Force (NRF) bilden.

Die Einheiten in diesen Verbänden haben ein mehrmonatiges Ausbildungsprogramm absolviert und sind auf hohem Ausrüstungs- und Ausbildungsstand. Sie können nach entsprechenden NATO- und nationalen Beschlüssen schnell verlegt werden und stehen für Operationen im Rahmen des Krisenmanagements genauso zur Verfügung, wie für Maßnahmen der kollektiven Verteidigung. Sie unterstehen dem Oberbefehl des NATO - Befehlshabers in Europa (Supreme Allied Commander Europe, SACEUR). Die NATO Response Force wurde auf Beschluss der Mitgliedsstaaten 2014 um eine als "Speerspitze" bekannte Very High Readiness Joint Task Force erweitert, zu der auch die maritimen Einsatzgruppen zählen.

Die Zusammenziehung zu einer NRF dient außerdem der gemeinsamen Ausbildung und Qualifizierung, weshalb die Verbände regelmäßig an Manövern unter NATO-Führung oder auf Einladung einzelner Mitgliedsstaaten teilnehmen. Die SNMCMG 1 operiert ganzjährig überwiegend in Nord- und Ostsee und angrenzenden Seegebieten. Der Verband hat den Auftrag, einsatzbereit in See zu stehen und dabei alle Aspekte der Minenkampfführung zu trainieren. Sie demonstrieren die Entschlossenheit und den Zusammenhalt der Allianz und vertiefen durch Hafenbesuche und Austauschprogramme die Kooperation mit Partnerstaaten.

Manöver und Ausbildung sind aber nur eine Aufgabe der NATO-Boote. Sie sichern die Seewege durch Präsenz und Minenabwehr und werden auch zu Historic Ordnance Disposal Operations (HOD) oder Altlastenbeseitigung in Nord- und Ostsee eingesetzt. Dabei identifizieren oder beseitigen sie Seeminen, Torpedos und Bomben aus den Weltkriegen oder dem Kalten Krieg, die bis heute eine Gefahr für die Seeschifffahrt darstellen.

Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine (ots)

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