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Mönchengladbach: Polizist schenkt Flüchtling eine Klarinette

Archivmeldung vom 03.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Polizeihauptkommissar Heiko Lammertz übergibt die Klarinette an Kisra Said Hassan. Bild: Polizei
Polizeihauptkommissar Heiko Lammertz übergibt die Klarinette an Kisra Said Hassan. Bild: Polizei

Mit einer Klarinette aus dem Keller von Polizeikommissar Lukas Brings machte Polizeihauptkommissar Heiko Lammertz am Donnerstag, 2. April, einen jungen irakischen Flüchtling überglücklich. Dem Flüchtling war in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände des ehemaligen JHQ in Mönchengladbach sein eigenes Instrument bei einem Einbruch in seinen Spind gestohlen worden.

Polizeihauptkommissar Heiko Lammertz und Polizeikommissar Yannik Klaps nahmen den Sachverhalt vor Ort auf. Ein Sozialarbeiter übersetzte. "Auch ohne eine Übersetzung war dem jungen Mann anzumerken, wie traurig er war. Über den Verlust des Instruments war er erschüttert", erzählt Heiko Lammertz. Er erklärt: "Ich weiß aus den Erfahrungen in Krisen- und Kriegsgebieten wie wichtig in vielen Kulturen die Musik ist. Meist werden in den Texten und Gedichten zur Musik Gefühle, Erlebtes und Sehnsüchte verarbeitet. Die Musik ist oft das letzte Band zu der Familie in der Ferne."

Auch Kisra Said Hassan schreibt selber Lieder und Texte. Er beherrscht mehrere Instrumente. Unter anderem spielte er in seiner Heimat viel auf der arabischen Version der Klarinette. Nach seiner Flucht bekam er eine Klarinette. Mit ihr übte er viel, da das Blasinstrument etwas anders zu spielen ist, als die arabische Variante. Er sagte, er sei so traurig über den Verlust gewesen, dass er am selben Abend noch mit einem Freund aus dem Irak darüber sprechen musste.

Da Heiko Lammertz und Yannik Klaps der 29-jährige Iraker sehr leid tat, fragten sie kurzerhand im Kollegenkreis und über die sozialen Netzwerke rum, ob jemand eine Klarinette abzugeben hat. Als Lukas Brings den Aufruf bei Facebook sah, fiel ihm die Klarinette seiner Ex-Freundin ein, die in seinem Keller Staub ansetzte. Kurzerhand rief er die Ex-Freundin an und schnell war klar: Die Klarinette ist woanders besser aufgehoben als in dem dunklen Kellerraum. Weder der Sozialarbeiter noch Kisra Said Hassan konnten es glauben, dass die Polizisten eine Klarinette organisiert hatten. Überglücklich nahm der 29-Jährige das Instrument gestern vor dem Polizeipräsidium an der Krefelder Straße entgegen. (km)

Quelle: Polizei Mönchengladbach (ots)

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