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Die Boxerhalle: Herzstück der Ausbildung

Archivmeldung vom 05.07.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.07.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Für die realistische Wunddarstellung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Bild: Sanitätsdienstes der Bundeswehr Fotograf: Simon Höpfl
Für die realistische Wunddarstellung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Bild: Sanitätsdienstes der Bundeswehr Fotograf: Simon Höpfl

An ihr führt in der notfallmedizinischen Ausbildung an der Sanitätsakademie der Bundeswehr kein Weg vorbei - die Boxerhalle. Ärztinnen und Ärzte, Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, Einsatzsanitäterinnen und Einsatzsanitäter: alle lernen die Grundlagen der taktischen Verwundetenversorgung im Ausbildungsareal der Ernst-von-Bergmann-Kaserne.

Bevor die Lage beginnt, wird die Übungspuppe möglichst realitätsnah geschminkt und vorbereitet. Bild: Sanitätsdienst der Bundeswehr Fotograf: Simon Höpfl
Bevor die Lage beginnt, wird die Übungspuppe möglichst realitätsnah geschminkt und vorbereitet. Bild: Sanitätsdienst der Bundeswehr Fotograf: Simon Höpfl
In der Kontrollkabine steuern die Ausbilder die Lage, spielen Effekte ein und überwachen die durchgeführten Maßnahmen. Bild: Sanitätsdienst der Bundeswehr Fotograf: Simon Höpfl
In der Kontrollkabine steuern die Ausbilder die Lage, spielen Effekte ein und überwachen die durchgeführten Maßnahmen. Bild: Sanitätsdienst der Bundeswehr Fotograf: Simon Höpfl

"Die Lehrgangsteilnehmer sollen hier möglichst tief in die Simulation eintauchen, niemand soll kontrollierend danebenstehen. Sowohl Ausbilder als auch Lehrgangskameraden halten sich im Hintergrund auf, sodass das übende Team durch nichts abgelenkt wird und sich voll auf die Situation konzentrieren kann", erklärt Oberleutnant Marco Bachetzky, Hörsaalleiter und Ausbilder an der Sanitätsakademie, das Prinzip und Ziel der Ausbildungshalle. Um dies zu gewährleisten, wird neben verschiedensten Darstellungsmitteln für Verletzungen und Wunden ein umfassendes digitales System zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbesprechung der einzelnen Lagen genutzt.

Realitätsnahes Training

Eine typische Ausbildung beginnt dabei immer mit der Vorbereitung der Übungspuppe. Neben Kunstblut und nachgebildeten Wunden kommt auch hier bereits Technik zum Einsatz. Ein Simulationssystem erweckt die wichtigsten klinischen Faktoren der Notfallmedizin zum Leben. Puls tasten, Atmung abhören, Zyanose erkennen: über ein Steuerungsgerät können die Vitalparameter eingesteuert werden und direkt an der Puppe durch die Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer erhoben werden.

Der Schwerpunkt der dargestellten Lagen orientiert sich dabei an den Erfordernissen der taktischen Verwundetenversorgung in Gefechtssituationen - Sprengverletzungen, Schusswunden oder Traumata. In der Kontrollkabine lassen die Ausbilderinnen und Ausbilder daher neben den Verletzungen und den Symptomen auch die Umstände so realitätsnah wie möglich erscheinen. Über Lautsprecher wird Gefechtslärm eingespielt, Rauch steigt aus Nebelmaschinen auf und Funksprüche müssen beantwortet werden. Für die Soldatinnen und Soldaten bedeutet dies noch zusätzliche Herausforderungen.

Detaillierte Auswertung

Ist die Erstversorgung auf dem Gefechtsfeld abgeschlossen, steht für die erweiterte Behandlung ein originales Aufbaumodul eines Gepanzerten Transport-Kraftfahrzeugs (GTK) Boxers San mit allen wesentlichen Geräten von Sauerstoffanschluss bis Überwachungsmonitor zur Verfügung. Im Namensgeber der Halle werden alle medizinischen Maßnahmen während des Abtransports bis zur theoretischen Übergabe an die Rettungsstation abgebildet. Insgesamt zwei Kameras in der äußeren Zone sowie weitere zwei Kameras im Boxer zeichnen dabei alle durchgeführten Schritte auf - eine wichtige Voraussetzung für die abschließende Nachbesprechung.

Ist die Lage beendet, trifft sich die Gruppe im Auswertezelt der Halle. Hier haben während der Übung auch die anderen Trainingsteilnehmenden die Situation per Live-Übertragung der Kameras miterlebt. Die Nachbesprechung an Smartboard und Tablet erlaubt nun eine präzise und effiziente Auswertung des Durchgangs. Als nächster Schritt soll mit der Einbindung von Go-Pro-Helmkameras diese Möglichkeiten noch weiter herausgehoben werden. Die Boxerhalle bleibt damit auch künftig das Herzstück der Ausbildung.

Quelle: Presse- und Informationszentrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr (ots)

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