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Reformationsfeier 2017: EKD-Ratsvorsitzender für Papst-Einladung

Archivmeldung vom 15.12.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.12.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Heinrich Bedford-Strohm (Nov. 2011)
Heinrich Bedford-Strohm (Nov. 2011)

Foto: Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, würde eine Einladung von Papst Franziskus zum Reformationsjubiläum 2017 befürworten: "Als EKD-Ratsvorsitzender würde ich eine solche Einladung nicht alleine aussprechen. Ich halte es aber für eine gute Idee, darüber im Sinne eines gemeinsamen Christusfestes im Jahr 2017 nachzudenken", sagte Bedford-Strohm der F.A.Z. (Dienstagsausgabe).

"Das müsste aber erst gründlich beraten und auch mit den katholischen Geschwistern in Deutschland abgestimmt werden." Einen Grund zur Eile erkennt Bedford-Strohm nicht für eine Einladung. "Uns läuft in dieser Hinsicht nichts davon mit Blick auf das Reformationsjubiläum und das Reformationsgedenken." Damit etablierte Bedford-Strohm auch einen neuen Sprachgebrauch auf Seiten der evangelischen Kirche, die bisher fast ausschließlich von "Reformationsjubiläum" sprach, während die katholische Kirche nur von "Reformationsgedenken" sprach. "Ich verwende ausdrücklich beide Begriffe, Reformationsjubiläum und Reformationsgedenken", sagte Bedford-Strohm der F.A.Z. "Zum einen freuen wir uns über die Impulse der Reformatoren. Sie haben übrigens auch die katholische Kirche positiv verändert, darum könnten auch Katholiken die Reformation positiv würdigen. Gleichzeitig waren Konfessionskriege und die Kirchenspaltung schmerzlich, daher können auch wir als Evangelische von Reformationsgedenken sprechen."

Bedford-Strohm warnt vor schwarzer Null auf Kosten künftiger Generationen

Der neue EKD-Ratsvorsitzende Heinrich-Bedford-Strohm befürwortet ein Abrücken von einem ausgeglichen Haushalt, um mehr Ressourcen für den Klimaschutz zur Verfügung zu stellen: "Wenn die schwarze Null auf Kosten künftiger Generationen zustande kommt, dann ist sie nichts Positives", sagte Bedford-Strohm der F.A.Z. (Dienstagsausgabe). "Der Klimawandel etwa erfordert eine grundlegende ökologische Umstrukturierung unserer Wirtschaft", sagte Bedford-Strohm. "Die Energiewende ist richtig, aber immer noch nicht hinreichend. Es wäre keine verantwortliche Politik, ein für künftige Generationen essentielles Problem mit Verweis auf die gegenwärtigen Kosten zu vertagen", sagte Bedford-Strohm der F.A.Z.

EKD-Ratsvorsitzender wehrt sich gegen Festlegung auf SPD-Positionen

Der neue EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm wehrt sich gegen eine Festlegung auf SPD-Positionen. Seine SPD-Mitgliedschaft spiele keine Rolle für seine Arbeit: "Das ist für mein Amt unerheblich", sagte Bedford-Strohm der F.A.Z. (Dienstagsausgabe). "Mir wäre sehr wichtig, dass man nicht immer diese parteipolitische Brille aufsetzt. Leider erlebe ich oft, dass in Kommentaren parteipolitische Raster zum Ausdruck kommen. Damit kann ich nichts anfangen", kritisierte Bedford-Strohm. "Die oberste Priorität liegt stets bei der Kirche", sagte er der Zeitung. Bedford-Strohm ist nach Wolfgang Huber und Nikolaus Schneider bereits der dritte Ratsvorsitzende binnen zehn Jahren, der ein SPD-Parteibuch hat. "Ich bin bereits als Schüler in die SPD eingetreten", sagte der neue EKD-Ratsvorsitzende. "Für Wolfgang Huber, Nikolaus Schneider wie auch mich gilt, dass wir uns am christlichen Glauben orientieren." Eine besondere Überschneidung zwischen Sozialdemokratie und EKD kann Bedford-Strohm nicht erkennen. "Ich glaube nicht, dass der christliche Glaube besonders mit einer Partei korreliert." Einen regelmäßigen Austausch zwischen der Kirche und der Linkspartei könne er sich vorstellen. Bisher führt die EKD mit der Linkspartei im Unterschied zu anderen Parteien keine regelmäßigen Gespräche. "Offiziell gibt es dazu noch keine neue Position", sagte Bedford-Strohm der Zeitung. "Persönlich denke ich, dass hier einiges in Fluss gerät." Er bekräftigte zugleich den Wunsch nach Aufarbeitung innerhalb der SED-Nachfolgepartei. "Die Linke hat bei der Aufarbeitung der DDR ganz besonders viele Hausaufgaben zu machen." Der neue Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linkspartei habe aber gesagt, dass er aufarbeiten wolle. "Ich finde, man sollte ihm eine Chance hierfür geben", sagte Bedford-Strohm der F.A.Z. "Man kann der Linken nur empfehlen, die SED-Vergangenheit gründlich aufzuarbeiten. Nur so kann sie das Thema auch endlich hinter sich lassen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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