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Minenjagdboot "Sulzbach-Rosenberg" kommt nach Hause

Archivmeldung vom 17.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Minenjagdboot Weilheim Bild: Bundeswehr/Marcel Kröncke
Minenjagdboot Weilheim Bild: Bundeswehr/Marcel Kröncke

Am Freitag, den 18. Juni 2021 um 10 Uhr, wird das Minenjagdboot "Sulzbach-Rosenberg" nach zwei Monaten unter NATO-Flagge in den Heimathafen Kiel zurückkehren. Das Boot aus dem 3. Minensuchgeschwader hatte den Stützpunkt am 15. April 2021 verlassen und unterstand seitdem der SNMCMG 1 (Standing NATO Mine Countermeasures Group 1), einem der beiden Ständigen Minenabwehrverbände der NATO.

Der Verband steht derzeit unter niederländischer Führung. Für Kapitänleutnant Florian Förster (35) und seine 42-köpfige Besatzung enden mit dem Einlaufen in Kiel fordernde, aber auch erlebnisreiche 65 Tage ohne Landgang. Trotz der pandemiebedingten kurzen Einsatzdauer hatten die Frauen und Männer viel Gelegenheit, ihre Professionalität und ihr Können im internationalen Rahmen erneut unter Beweis zu stellen, nachdem Boot und Besatzung bereits 2020 im gleichen Verband eingesetzt waren.

"Meine Erwartungen waren, dass meine Besatzung und ich auch dieses Mal im internationalen Rahmen zeigen, was wir können. Die Erfahrungen der letzten Teilnahme haben sich bezahlt gemacht. Wir konnten höchst professionell auftreten und die an uns gestellten Aufgaben, ob bei seemännischen, operativen oder Minenjagd-Manövern, immer zur Zufriedenheit des COM erledigen", so der Kommandant. Als "COM" wird umgangssprachlich der Kommandeur bezeichnet - in diesem Fall ist der niederländische Kommandeur der SNMCMG 1, Commander Wijchers, gemeint. Das Ergebnis spricht für sich. Sechs Minen aus dem ersten und zweiten Weltkrieg wurden durch die Besatzung des Minenjagdbootes gefunden und beseitigt. Nach der Teilnahme am Manöver "Open Spirit 2021" in estnischen Gewässern übte die Besatzung mit finnischen, litauischen und polnischen Minenjagdeinheiten unterschiedlichste Manöver auf See. Seit Anfang Juni nahm der NATO-Verband und mit ihm die "Sulzbach-Rosenberg" dann am US-geführten Manöver "Baltops" teil. Das gemeinsame Einlaufen des Kieler Bootes mit weiteren internationalen Marineschiffen beendet auch gleichzeitig das 50. multinationale Großmanöver aus dieser Manöverreihe.

Die kurze Einsatzdauer begründet sich durch die Entscheidung der Deutschen Marine, die Zeiten für solche NATO-Abstellungen, die im Normalfall bis zu einem halben Jahr dauern, für die nur relativ kleinen Minenjagdboote vorübergehend auf maximal drei Monate zu beschränken. Durch die Einschränkungen der weltweiten Corona-Pandemie besteht für die Besatzungen so gut wie keine Möglichkeit des Landgangs, sodass sie auch in den Häfen an Bord ihrer Boote sind und kaum Bewegungsfreiheit haben.

Auf den Kommandanten und seine Besatzung wartet nach gut 5.500 Seemeilen (rund 10.000 Kilometer), viele davon bei stürmischem Wetter und schwerer See, nun erstmal der wohlverdiente Besatzungsurlaub, um Zeit mit der Familie zu verbringen und die Akkus wieder aufzufüllen. Anschließend geht es in die Nachbereitung des Einsatzes, die nahtlos in die Vorbereitung neuer Aufgaben übergeht.

Hintergrundinformationen

Die NATO unterhält vier ständige maritime Einsatzverbände, die von den Mitgliedsstaaten mit Schiffen und Booten besetzt werden und gemeinsam mit Luft- und Landstreitkräften sowie Spezialeinheiten die 2002 aufgestellten NATO-Eingreifkräfte NATO Response Force (NRF) bilden.

Die Einheiten in diesen Verbänden haben ein mehrmonatiges Ausbildungsprogramm absolviert und sind auf hohem Ausrüstungs- und Ausbildungsstand. Sie können nach entsprechenden NATO- und nationalen Beschlüssen schnell verlegt werden und stehen für Operationen im Rahmen des Krisenmanagements genauso zur Verfügung, wie für Maßnahmen der kollektiven Verteidigung. Sie unterstehen dem Oberbefehl des NATO - Befehlshabers in Europa (Supreme Allied Commander Europe, SACEUR). Die NATO Response Force wurde auf Beschluss der Mitgliedsstaaten 2014 um eine als "Speerspitze" bekannte Very High Readiness Joint Task Force erweitert, zu der auch die maritimen Einsatzgruppen zählen.

Die Zusammenziehung zu einer NRF dient außerdem der gemeinsamen Ausbildung und Qualifizierung, weshalb die Verbände regelmäßig an Manövern unter NATO-Führung oder auf Einladung einzelner Mitgliedsstaaten teilnehmen. Die SNMCMG 1 operiert ganzjährig überwiegend in Nord- und Ostsee und angrenzenden Seegebieten. Der Verband hat den Auftrag, einsatzbereit in See zu stehen und dabei alle Aspekte der Minenkampfführung zu trainieren. Sie demonstrieren die Entschlossenheit und den Zusammenhalt der Allianz und vertiefen durch Hafenbesuche und Austauschprogramme die Kooperation mit Partnerstaaten.

Manöver und Ausbildung sind aber nur eine Aufgabe der NATO-Boote. Sie sichern die Seewege durch Präsenz und Minenabwehr und werden auch zu Historic Ordnance Disposal Operations (HOD) oder Altlastenbeseitigung in Nord- und Ostsee eingesetzt. Dabei identifizieren oder beseitigen sie Seeminen, Torpedos und Bomben aus den Weltkriegen oder dem Kalten Krieg, die bis heute eine Gefahr für die Seeschifffahrt darstellen.

Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine (ots)

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