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Überraschende Studie zum Doping bei Spitzensportlern: Bewusst verschwiegen?

Archivmeldung vom 30.01.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.01.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de
Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Eine Studie für das Fachmagazin „Science Medicine“ zeigt, wie sehr Doping im Weltsport verbreitet ist: Forscher befragten dafür mehr als 2000 führender Sportler, die an internationalen Wettbewerben teilgenommen haben. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), die die Studie finanzierte, soll das überraschende Ergebnis lange Zeit verschwiegen haben.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik" berichtet weiter: "Bei der Umfrage wurde die sogenannte Randomized-Response-Technik angewandt – eine Methode der Psychologie, bestimmte Verfälschungen von Interviewantworten zu verringern. Die Technik bietet eine Möglichkeit, durch Anonymisierung das wahre Ergebnis der Befragung zu schätzen.

Die Sportler mussten im Laufe einer Computer-Befragung unter anderem angeben, ob sie in den letzten zwölf Monaten die Dopingregeln bewusst verletzt hatten.

Das Ergebnis der Umfrage war laut „Science Medicine“ beeindruckend: 43,6 Prozent der Teilnehmer der Leichtathletik-WM in Südkorea und 57,1 Prozent der Teilnehmer der Panarabischen Spiele gaben an, innerhalb der letzten zwölf Monate gedopt zu haben.

Die Forscher sind zu dem Schluss gekommen, dass Doping unter führenden Athleten überraschend verbreitet sei. Außerdem sind die heutigen Dopingtests laut dem Magazin bei den modernsten Doping-Technologien höchstwahrscheinlich nicht effektiv. Daher bleibe die reale Zahl der Dopingfälle unbekannt.

Denn die Wada untersuche ja Hunderttausende Proben von führenden Sportlern jährlich. Nur ein bis zwei Prozent von ihnen würden positiv getestet.

Einer der beteiligten Forscher, Professor Jay Schaffer von der University of Northern Colorado, zeigte sich über das Ergebnis der Studie überrascht:. Er habe derart hohe Zahlen nicht erwartet. Er könne die Situation nur als „Epidemie“ bezeichnen. „Das heißt, dass die Hälfte der Teilnehmer internationaler Leichtathletik-Wettkämpfe Dopingmittel einnimmt.“

Nach Angaben des Fernsehsenders RT wurden diese Angaben erst mehrere Jahre nach der Durchführung der eigentlichen Studie veröffentlicht. Unklar sei deshalb, warum die IAAF und Wada sie der Öffentlichkeit so lange vorenthalten hätten. Stattdessen nahmen internationale Anti-Doping-Behörden nur Russland ins Visier, als 2014 der Film des ARD-Experten Hajo Seppelt über Doping in der Leichtathletik erschienen war."

„Er gehörte in den Knast“: Putin nennt Wada-Kronzeugen Rodtschenkow „Penner“

Wladimir Putin hat den Wada-Kronzeugen im Doping-Skandal, Grigori Rodtschenkow, einen „Penner“ genannt, der ins Ausland geholt worden sei. Man hätte ihn laut dem russischen Präsidenten seinerzeit hinter Gitter bringen sollen. Putin erinnerte zudem an die Selbstmord-Versuche des ehemaligen Rusada-Chefs.

„Nun haben sie diesen Penner Rodtschenkow“, sagte Putin am Dienstag mit Blick auf die USA. „Hören Sie, der Mann hat doch offensichtlich Probleme mit dem Gesetz. Er sagt doch selbst, dass er rechtswidrige Tätigkeiten getrieben habe. Man hätte ihn ins Gefängnis schicken sollen.“ Stattdessen sei er aber zum Leiter des russischen Anti-Doping-Labors (Rusada) ernannt worden.

Der russische Staatschef erinnerte an die Suizidversuche des Wada-Whistleblowers: „Möge ihm Gott Gesundheit geben und ihn wirklich genesen lassen. Aber das sagt doch einiges über seine Probleme aus.“ Die ganzen Staatsdoping-Vorwürfe beruhen laut Putin auf einer Aussage dieses Menschen. Es sei fraglich, ob man ihm denn vertrauen könne.

Putin räumte zugleich ein, dass es in Russland tatsächlich Dopingfälle gegeben habe. Doch in anderen Ländern werde das Thema bei Weitem nicht so breitgetreten.

„Fälle von Doping hat es (in Russland – Anm. d. Red.) tatsächlich gegeben“, so Putin. „Doch solche Beispiele gibt es überall auf der Welt, sie werden nur nicht so hervorgehoben und so breitgetreten im Rahmen eines innenpolitischen Kampfes eines Landes.“

Putin kommentierte weiter die Vorwürfe gegen russische Sportler und den Olympia-Ausschluss: „All das ist natürlich sehr traurig. Aber der Weltsport und die olympische Bewegung dürfen auf keinen Fall in den Hinterhof einer dreckigen Politküche verwandelt werden.“

Zugleich versicherte der russische Präsident, sein Land werde weiterhin mit internationalen Sportorganisationen zusammenarbeiten. „Ob wir mit internationalen Organisationen zu arbeiten brauchen? Natürlich, und das werden wir auch tun.“"

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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