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Günter Netzer findet das Gehalt von Christiano Ronaldo "krank"

Archivmeldung vom 20.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt

Günter Netzer findet das Gehalt, das Christiano Ronaldo in Madrid bezieht, "krank". Insgesamt sei die Welt verrückt geworden - und die Fußballwelt um so verrückter", so der Experte im Interview mit P.M. HISTORY. Netzer habe neulich sein Gehalt, das er einst bei Real Madrid verdiente, gegen gerechnet mit den Gehältern von Figo und Beckham: "Diese Jungs haben in zehn Tagen so viel verdient wie ich in einem Jahr."

Offenherzig wie nie zuvor hat Günter Netzer im großen P.M. HISTORY-Interview Bilanz seines Lebens gezogen. Seine Entscheidung, als Kommentator-Duo mit Gerhard Delling aufzuhören, sei absolut richtig. "Ich höre sehr, sehr gern auf", so der ehemalige Fußball-Profi, der trotz seiner Erfolge bodenständig geblieben ist: "Ich bin nicht so bescheuert und bilde mir viel ein. Ich genieße jedes Kompliment auf der Straße. Das ist mir viel mehr wert als das, was irgendein Lackaffe schreibt".

Auf sechs Seiten spricht Netzer über modernen Fußball, Inter-Trainer Mourinho, Lionel Messi, seine Freundschaft zu Beckenbauer ("Ich kenne ihn in und auswendig"), zu Doping und zum durchsichtigen Schiedsrichter ("muss verhindert werden"). Der Ex-Nationalspieler erzählt, warum er nicht Golf spielt, warum er nie Trainer werden wollte und nimmt Stellung zu deutschen Tugenden im Fußball. Schließlich übt er deutliche Gesellschaftskritik: "Wir haben, das gilt auch für den Fußballplatz, zu angepasste Menschen, zu wenig Eigeninitiative, zu wenig Persönlichkeit - das ist auch ein Spiegelbild der Gesellschaft."

Netzers Tipp für die WM 2010: "Die Engländer sind für mich neben Brasilien und Spanien der Favorit. Die sind ganz schwer zu schlagen."

Quelle: Gruner+Jahr, P.M. History

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