Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Sport Schwimmerin Leonie Beck im Interview: "Das Ziel bleibt das gleiche, es findet nur wann anders statt"

Schwimmerin Leonie Beck im Interview: "Das Ziel bleibt das gleiche, es findet nur wann anders statt"

Archivmeldung vom 07.07.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.07.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Leonie Antonia Beck (2020)
Leonie Antonia Beck (2020)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Der Olympia-Verschiebung sieht Freiwasserschwimmerin Leonie Beck gelassen entgegen: Ihr Ticket für Tokio hat die amtierende WM-Dritte bereits sicher. Die ungewisse Zeit bis zum nächsten Wettkampf will die 23-jährige nun zum Sammeln weiterer Erfahrungen und für ihr Masterstudium der Medienkommunikation nutzen.

Deutsche Sporthilfe: Leonie, als eine von wenigen deutschen Schwimmern hast Du Dein Olympia-Ticket bereits in der Tasche - ein gutes Gefühl?

Leonie Beck: Die Verschiebung war anfangs auch für mich ein Schock. Umso wichtiger war dann die Info, dass die bereits Qualifizierten ihre Startberechtigung auch für 2021 beibehalten. Dadurch habe ich mehr Zeit und muss mich auf keinen Zwischenhöhepunkt vorbereiten. Die Qualifikation ist schon immer sehr nervenaufreibend. Umso cooler, dass wir uns als deutsches Freiwasserteam bei der WM 2019 alle vier möglichen Startplätze sichern konnten.

Deutsche Sporthilfe: Tokio wären Deine zweiten Olympischen Spiele, in Rio 2016 warst Du noch auf den kürzeren Strecken im Becken am Start. Wieso hast Du Dich für die langen Distanzen entschieden?

Leonie Beck: Bis 2016 war ich nur im Becken unterwegs und konnte mich auch immer für die Höhepunkte qualifizieren, aber dort dann nie meine besten Leistungen abrufen. Nach Rio, wo ich weit über meiner Bestzeit geblieben war, hatte ich überlegt, wie es weitergehen soll - und ob es überhaupt noch Sinn hat, weiter zu schwimmen. Weil ich eine gute Grundgeschwindigkeit habe und es in meinem Verein in Würzburg mit Präsident Thomas Lurz (Olympia-Zweiter und zwölffacher Weltmeister, Anm. d. Red.) sowie meinem Trainer Stefan Lurz eine große Freiwasser-Tradition gibt, haben wir es einfach einmal probiert. Trotz Anlaufschwierigkeiten habe ich nicht aufgegeben und wollte zeigen, dass ich es kann.

Deutsche Sporthilfe: Und der Erfolg gibt Dir Recht, Du hattest 2019 einen tollen Lauf. Wie gehst Du nun mit der neuen Situation durch die Corona-Pandemie um?

Leonie Beck: Das Ziel bleibt das gleiche, es findet nur wann anders statt - genauer gesagt 364 Tage später. Ich bin immer noch extrem motiviert und hoffe, dass ich beim Rennen den besten Tag meines Lebens erwischen werde. Die Erfahrung ist im Freiwasserschwimmen sehr wichtig, insofern kann ich der Verschiebung auch etwas Positives abgewinnen.

Deutsche Sporthilfe: Auch die EM in Budapest wurde auf 2021 verschoben, ob es in diesem Jahr überhaupt noch einmal Wettkämpfe für Euch geben wird, ist unklar. Wie hältst Du die Spannung hoch?

Leonie Beck: Das ist in der Tat ein bisschen schwierig. Ich kann ja nicht auf den nächsten Wettkampf hin planen, wenn niemand weiß, ob und wann der stattfinden wird. Wir versuchen daher gerade die Form zu halten, motiviert zu bleiben und ganz normal zu trainieren. Allerdings bin ich auch dankbar, dass ich jetzt etwas mehr Zeit für das Studium habe.

Deutsche Sporthilfe: Du studierst im Master Medienkommunikation in Würzburg. Führt der Studiengang dazu, dass Du die Berichterstattung rund um Corona und die Olympia-Verschiebung mit einem besonderen, einem professionellen Fokus verfolgst?

Leonie Beck: Wenn man ein bisschen über die Hintergründe Bescheid weiß, wie Nachrichten - aber auch Fake News - entstehen und den Leuten nähergebracht werden, dann sieht man das schon mit etwas anderen Augen. Das Wissen aus dem Studium kann ich hier durchaus anwenden.

Deutsche Sporthilfe: Schwimmern begegnet ja oft der Satz, sie würden im Training vor allem Kacheln im Becken zählen. Wie wichtig ist Dir das Studium als Ausgleich zum Sport?

Leonie Beck: Mir war es sehr wichtig, dass ich neben dem Sport etwas mache und später nach meinem Karriereende nicht ohne Plan dastehe. Nach den Olympischen Spielen 2016 musste ich etwas aufholen, das hat gut geklappt. Nach dem Bachelor wollte ich dann keine Pause machen und bin angesichts der Olympia-Verschiebung auch sehr froh darüber. Mit meinem Studium kann ich später in vielen Bereichen arbeiten, das kann ich mir schon gut vorstellen.

Deutsche Sporthilfe: Bei Deinem Pensum bleibt keine Zeit für einen typischen Studenten-Job. Wie wichtig ist für Dich die Unterstützung durch die Sporthilfe und das Deutsche Bank Sport-Stipendium?

Leonie Beck: Für ein "normales" Studentenleben habe ich tatsächlich überhaupt keine Zeit - und erst recht nicht für einen Nebenjob. Leistungssport und Studium unter einen Hut zu bekommen, das wäre ohne die Unterstützung von Sporthilfe und durch das Deutsche Bank Sport-Stipendium sehr, sehr schwierig. Insofern bin ich dafür wirklich sehr dankbar.

Deutsche Sporthilfe: Du hast WM- und EM-Medaillen gewonnen, Dich zum zweiten Mal für Olympia qualifiziert. Wie würdest du die Auszeichnung als Sport-Stipendiat des Jahres einordnen?

Leonie Beck: Es wäre eine riesige Ehre und Bestätigung für die Entscheidung, neben dem Sport die Zeit und Kraft für ein Studium aufzubringen. Der Schwimmsport ist sehr zeitaufwändig. Für mich persönlich wäre es daher vor allem eine sehr schöne Anerkennung meiner Dualen Karriere.

Steckbrief Leonie Beck (*27. Mai 1997 in Augsburg)

  • Sportart: Schwimmen
  • Wohnort: Würzburg
  • Verein: SV Würzburg 05
  • Größte Erfolge: WM-Bronze 2019 (5 km), EM-Silber 2018 (5 km und 4x1,25 km Staffel)
  • Studium: Medienkommunikation (Master)
  • Universität: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Deutsche Bank, seit 2008 Nationaler Förderer der Deutschen Sporthilfe, unterstützt im Rahmen der Sporthilfe-Förderung studierende Spitzenathleten mit dem Deutsche Bank Sport-Stipendium. Aktuell profitieren rund 300 Sporthilfe-geförderte Athleten von dem Programm, das mit einem Zeitbonus über die Regelstudienzeit hinaus gewährt wird. Die besonderen Leistungen der studierenden Athleten sollen mit der Wahl zum Sport-Stipendiat des Jahres zusätzlich gewürdigt werden. Die Deutsche Bank verdoppelt dem Sieger das monatliche Stipendium für 18 Monate. Die vier weiteren Finalisten erhalten für den gleichen Zeitraum eine Zusatzförderung von 50 Prozent des monatlichen Stipendiums.

Diese Athleten stehen zur Wahl: Leonie Beck (Schwimmen/Medienkommunikation), Annabel Breuer (Rollstuhlbasketball/Psychologie), Cécile Pieper (Hockey/Psychologie), Jonathan Rommelmann (Rudern/Humanmedizin), Julius Thole (Beachvolleyball/Rechtwissenschaften). Bis zum 2. August 2020 kann jeder unter www.sportstipendiat.de den Nachfolger von Kea Kühnel, Ski-Freestylerin und Studentin für Accounting, Auditing and Taxation, wählen. Unter allen Teilnehmern des Online-Votings wird ein iPad verlost.

Quelle: Stiftung Deutsche Sporthilfe (ots)

Videos
Symbolbild
Die "Plandemie" und weitere Gaunereien
Bild: ExtremNews
1.8.2020: Der Tag der Freiheit - ein Erlebnisbericht
Termine
Transformatives Remote Viewing
85057 Ingolstadt
22.08.2020 - 23.08.2020
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:
Schreiben Sie bitte kaffee in folgendes Feld um den Spam-Filter zu umgehen

Anzeige