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Befreiungsschlag am Bergisel

Archivmeldung vom 05.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: VIESSMANN/Rolf Kosecki
Bild: VIESSMANN/Rolf Kosecki

Richard Freitag sorgt nach 49 glücklosen Tourneespringen mit seinem Sieg am Bergisel für Jubel im deutschen Team. Erster Sieg nach Sven Hannawalds 2002 in Innsbruck.

Werner Schuster und Tino Haase lagen sich in den Armen. Bundestrainer und Heim-Coach feierten gemeinsam auf dem Trainerturm der Olympiaschanze. Die anderen Betreuer und Mannschaftskameraden stürmten auf den Sieger zu, um ihn zu herzen. Und was machte der gerade zum Gewinner des Bergiselspringens ausgerufene Richard Freitag? Der flitzte in den Innenraum, riss die Ski nach oben und genoss den Jubel der mehr als 20.000 Fans im weltbekannten Tiroler Amphitheater der Vierschanzentournee.

Ende einer langen Durststrecke

Richard Freitag hat es endlich geschafft und nach einer ewig anmutenden Durststrecke von 49 Einzelspringen ohne Tageserfolg wieder einen Sieg bei einem Springen der Vierschanzentournee für die deutschen Adler errungen. Der fast schon historisch anmutende Aspekt dieses Erfolgs war dem Sachsen aber ziemlich schnuppe, auch die Tatsache, dass der Berg aus deutscher Sicht immer mehr zum Sachsen-Hügel mutiert, denn die gerade mal drei deutschen Erfolge seit 1984 (!) teilen sich Jens Weißflog, Sven Hannawald und jetzt eben Richard Freitag. Vielmehr freute sich der 23-Jährige, dass das Jahr 2015 für ihn wohl nun doch unter einem besseren Stern stehen könnte, als die zurückliegenden 12 Monate, die immer wieder gekennzeichnet waren von Verletzungsproblemen und Krankheiten und Freitag, neben Severin Freund als der Vorzeigespringer im DSV-Team gehandelt, die Teilnahme am Teamspringen bei den Olympischen Spielen gekostet hatten.

Nach Anlaufschwierigkeiten immer stärker

Doch auch ganz aktuell bedeutet der Erfolg in Tirol eine Wohltat für zuletzt kritisierten DSV-Adler, die auf den ersten beiden Stationen der Tournee tatsächlich nicht an die Form der vorweihnachtlichen Wettkämpfe hatten anknüpfen können. Schon machte die Mär vom „Tournee-Fluch“ die Runde, schon wurde selbst der Bundestrainer mit den sicherlich als Denkanstoß gedachten Worten zitiert, seine Jungs könnten wohl nur zu Siegen fliegen, wenn nur Rentiere zuschauten. Was tatsächlich nur polemisch gemeint sein konnte, denn Freitag siegte in der Schweiz – Rentiere kommen dort in freier Wildbahn nur Heiligabend zum Einsatz, fliegen noch besser als die DSV-Adler und eines der Exemplare heißt Rudi und ist durch eine ziemlich rote Nase auffällig.
Genützt hat der Weckruf des Bundestrainers aber ganz offenkundig ebenso, wie die deutliche entspannteren Aussagen von Freitags Manager. Der – selbst ein erfahrener Tourneespringer – hatte seinen Schützling nach dem Misserfolg von Oberstdorf geraten, sich nicht zurückzuziehen, sondern diesen Rückschlag in positive Energie umzusetzen. Schon beim Neujahrsspringen stellte sich ein erster Erfolg ein – in Innsbruck platzte nun der Knoten endgültig. Was Gerd Siegmund freuen dürfte. Denn mit dem Erfolg am Bergisel machte Freitag auch in der Gesamtwertung einen Sprung nach vorne, ist jetzt Fünfter.

Der Gesamtsieg bei der Tour ist aber kein reales Ziel mehr. Für diesen Winter. Ab dem kommenden Dezember aber darf über einen Gesamterfolg bei der Vierschanzentournee durchaus auch mal wieder laut nachgedacht werden. Es wäre die letzte Rätsel-Nuss, die Skisprung-Legende Sven Hannawald seinen Nachfolgern als (noch) nicht gelöste Aufgabe hinterlassen hat.

Gesamt-Zehnter ist Freitags bestes Tourneeresultat

Den Team-Olympiasieg des Schwarzwälders mit den sächsischen Wurzeln haben die Deutschen in Sotschi eingefahren. Severin Freund wurde im März 2014 Skiflug-Weltmeister und beerbte Hannawald in dieser Disziplin. Und Richard Freitag schaffte nun als erster nach „Hanni“ wieder einen Tournee-Tagessieg. Offen ist noch der Gesamt-Erfolg.

Naja, und wenn man ganz ehrlich ist, stammen aus der „goldenen Generation“ der Hannawald und Martin Schmitt auch noch eine Menge Weltmeistertitel, 1999 und 2001 im Team, 1999 und 2001 durch Martin Schmitt als Solist jeweils auf der Großschanze. Daran darf sich die Truppe um Richard Freitag und Severin Freund dann im Februar versuchen, dann ist wieder WM-Zeit in Falun in Schweden. Vorher aber geht es am Dreikönigstag in Bischofshofen noch einmal um Meriten bei der Tournee. Dort sieht die deutsche Bilanz auch nicht gerade rosig aus – nach dem Sieg von Richard Freitag stehen sowohl am Bergisel als auch am Fuße des Hochkönig je zehn schwarz-rot-goldene Tagessiege zu Buche. Den letzten im Pongau im Salzburger Land holte – wie sollte es anders sein – Sven Hannawald.

Die Ziele, die sich ein Richard Freitag setzen kann, sind eindeutig. Eine einstellige Platzierung schaffte der Sportsoldat in Bischofshofen nämlich noch nie. 2012 kam Freitag als bester Deutscher auf Rang 10, hält damit den Familienrekord, Vater Holger war 1983 Elfter geworden. Und von Schwester Selina droht zum Glück derzeit keine Gefahr, die 13-Jährige ist nämlich noch zu jung für Weltcup-Einsätze.

Quelle: VIESSMANN Werke GmbH & Co. KG

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