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Norbert Blüm zu Katar: "In diesem Land kann keine Fußballweltmeisterschaft stattfinden"

Archivmeldung vom 12.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Fußball-Weltmeisterschaft 2022: Logo der Bewerbung Katars
Fußball-Weltmeisterschaft 2022: Logo der Bewerbung Katars

"Ich wünsche, dass der Herr Blatter hier mal 14 Tage lebt. Dann vergibt er vielleicht nicht mehr Weltmeisterschaften in Länder, in denen solche Zustände sind. Zur Strafe würde ich dem ganzen FIFA Präsidium wünschen: Ein halbes Jahr hier!", erklärt Norbert Blüm während seines Besuchs im WM-Land Katar.

Der langjährige Arbeits- und Sozialminister und CDU-Politiker war Ende April gemeinsam mit stern TV in den Wüstenstaat Katar gereist. Auf WM-Baustellen, in Arbeiter-Wohnblocks und im Gespräch mit den betroffenen Menschen vor Ort hat er sich sein eigenes Bild über die Arbeits- und Lebensverhältnisse der rund 1,5 Millionen Gastarbeiter gemacht. "Das sind Arbeitsbedingungen, die man nicht hinnehmen kann. Die, die in den Stadien jubeln, sollen sich mal daran erinnern, wie die Stadien zustande gekommen sind." Blüm erklärt weiter: "Die Arbeiter haben nichts. Die leben hier auf engstem Raum. Nichts was ihnen gehört, keinen privaten Raum. Und die sanitären Verhältnisse sind unter aller Sau!" Auch für die Rolle des Fußball-Weltverbandes FIFA findet Blüm klare Worte: "Darauf kann die Fußball-Welt wirklich nicht stolz sein. Das ist der Preis für dieses ganze Funktionärs-Getue." Zu den Unterkünften der Arbeiter sagt er: "Scheißhaus und Dusche für die Arbeiter und Logen für Herrn Blatter. Jetzt frage ich den Herrn Blatter: Hat er sich das vorgestellt, als er die Weltmeisterschaft nach Katar vergab?"

Für Norbert Blüm ist nach seinem Besuch in Katar klar: "Hier siehst du Menschen, die entwürdigt werden. Ausgebeutet, zurück in die alte Sklavengesellschaft. Und das mit Hilfe des hoch angesehenen Fußballs. In diesem Land kann keine Fußballweltmeisterschaft stattfinden, wenn der Fußball sich nicht selbst um seinen guten Ruf bringen will."

Seit der Vergabe der WM im Dezember 2010 sorgen besonders die Arbeits- und Lebensbedingungen der rund 1,5 Millionen Gastarbeiter im Emirat Katar international für negative Schlagzeilen. Monatelang hatte die Redaktion stern TV versucht, eine Drehgenehmigung für Katar zu bekommen - erfolglos. Als Touristen reisten Norbert Blüm und das stern TV-Team schließlich in den reichen Wüstenstaat, um die Zustände teilweise mit versteckter Kamera zu dokumentieren.

Norbert Blüm ist Mittwochabend live zu Gast bei stern TV und berichtet über seine gefährliche Reise und die erschreckenden Eindrücke aus dem Fußball-WM-Land Katar.

Quelle: STERN TV (ots)

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