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Meisterspielerin Elisabeth Pähtz über den Eklat um Magnus Carlsen: "Schach ist inzwischen Absurdistan"

Archivmeldung vom 05.10.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.10.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Elisabeth Pähtz  (2016), Archivbild
Elisabeth Pähtz (2016), Archivbild

Foto: GFHund
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die beste deutsche Schachspielerin Elisabeth Pähtz, 37, sieht die Betrugsvorwürfe des norwegischen Weltmeisters Magnus Carlsen gegen seinen jungen US-Kontrahenten Hans Niemann überaus kritisch. In dem jüngsten Eklat sei sehr viel falsch gelaufen, sagt sie im Gespräch mit dem Magazin "stern".

Sie habe durchaus Verständnis dafür, dass Carlsen nach einem Betrugsverdacht aus einem Turnier ausgestiegen sei, ergänzte jedoch: "Aber Carlsen hätte sich dann auch sofort erklären müssen. Es war unnötig, noch eine Partie anzufangen und dann hinzuschmeißen und Niemanns Ruf noch mehr zu beschädigen. Carlsen hat sich nicht geschickt verhalten. Das hat dem Schach mehr geschadet als genutzt."

Pähtz sagt, manche Statistiken sprächen durchaus gegen Niemann. Aber wirkliche Beweise dafür, dass er betrogen habe, gäbe es bislang keine. Pähtz lernte Niemann auf internationalen Turnieren kennen und schildert ihn als einen exzentrischen Spieler, der bereit sei, große Risiken einzugehen. "Hans ist ein wenig extrovertiert" sagte sie. "Er hat eine gesunde Arroganz. Aber die braucht man auch beim Schach, um wirklich gut zu werden. Er ist ein 'Hop oder Top'-Typ. Wenn er ins Casino gehen würde, könnte er locker 1000 Euro auf Rot setzen. Und wenn das Geld weg ist, ist es halt weg. So ein Typ ist er einfach. Ich fand ihn nicht unsympathisch. Er ist ein exzentrischer Charakter. Wenn er gut im Schach ist, kann er dank seiner Originalität ziemlich populär werden. Weil er dieses Charisma hat. Er ist einfach eine sympathische Knalltüte."

Die internationale Meisterin sieht eine Verrohung der Schachwelt durch das Internet. Sie kritisiert die Szene scharf für die Vorverurteilung des jungen amerikanischen Talents. Kein Mensch habe öffentliches Mobbing verdient. Ob Niemann wirklich betrogen habe, könne sie nicht beurteilen. Sie mache sich aber große Sorgen um ihn als Menschen. Für die kommende US-Meisterschaft vom 04. bis zum 20. Oktober, bei der auch Niemann spielen wird, wünscht sie dem Newcomer vor allem psychische Stärke: "Ich wünsche ihm, dass er das alles mental und emotional gut durchsteht. Unabhängig davon, ob er betrogen hat oder nicht", so Pähtz.

Quelle: Gruner+Jahr, STERN (ots)

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