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Immer mehr Fußballfunktionäre stellen WM in Katar in Frage

Archivmeldung vom 30.05.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.05.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Fußball-Weltmeisterschaft 2022: Logo der Bewerbung Katars
Fußball-Weltmeisterschaft 2022: Logo der Bewerbung Katars

Immer mehr hochrangige Fußballfunktionäre stellen die Weltmeisterschaft in Katar in Frage. "Ich bin alles andere als sicher, ob die WM in Katar ausgetragen wird, weil zu viel gewichtige Punkte nicht geklärt sind", sagte der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger dem "Handelsblatt".

Der Jurist ist Mitglied des obersten Führungsgremiums des Weltfußballverbands Fifa, des Exekutiv-Komitees. Eines sei ohnehin klar: "Im Sommer kann in Katar nicht gespielt werden. Das ist Beschlusslage der Fifa." Die "Höllenhitze" lässt nach Ansicht der Fußballoberen keine Spiele im Sommer zu. Eine Verlegung in den Winter ist jedoch schwierig, weil das die nationalen Ligen durcheinander bringt und mit den Olympischen Spielen kollidiert.

Doch noch etwas spricht gegen Katar: Derzeit untersucht eine Fifa-Kommission unter Leitung des ehemaligen US-Staatsanwalts Michael Garcia, ob bei der WM-Vergabe Schmiergeld floss, berichtet das "Handelsblatt". "Wenn der Untersuchungsbericht Bestechung nachweist, also, dass das Votum durch Zahlungen beeinflusst worden ist, dann könnte die Vergabe nichtig sein", sagte Domenico Scala der Zeitung.

Der Schweizer leitet die neue Audit- und Compliance-Kommission der Fifa. Nach Ansicht des Managers müsste die WM daher neu vergeben werden, wenn sich Korruption nachweisen lässt. Das sieht auch Theo Zwanziger so. "Mit Blick auf die Vergabe der WM an Katar kommt es auf den Gesamteindruck von Ermittler Garcia an, ob diese Entscheidung sauber ablief. Hegt er hieran ernste Zweifel und spricht der Fifa eine Empfehlung aus, die Entscheidung zu überdenken, so wird der Kongress nicht umhin können, die WM neu zu vergeben."

Im Fifa-Kongress haben alle 209 Mitglieder eine Stimme. Es wäre das erste Mal, dass die Vollversammlung der Fifa eine WM vergibt. Bislang war das Aufgabe des 24-köpfigen Exekutivkomitees. Jüngst hatte sich bereits Fifa-Präsident Sepp Blatter sehr kritisch zur WM-Vergabe an Katar geäußert. "Natürlich war es ein Fehler. Aber wissen sie, man macht viele Fehler im Leben. Der Technische Bericht zu Katar hat eindeutig gesagt, dass die Temperaturen im Sommer zu hoch sind", sagte Blatter in einem Interview mit dem Schweizer Sender RTS.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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