AfD hält sich Unterstützung von Verfassungsrichter offen
Archivmeldung vom 07.07.2025
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.07.2025 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.
Freigeschaltet durch Sanjo BabićDie AfD hält sich eine mögliche Zustimmung bei der Abstimmung zur Nachbesetzung von Richterstellen am Bundesverfassungsgericht offen. "In den letzten Tagen haben wir uns aus öffentlichen Quellen über die drei Kandidaten informiert und festgestellt, dass es danach mehr und weniger problematische Vorschläge gibt", sagte Stephan Brandner, stellvertretender Bundessprecher und selbst Mitglied im Wahlausschuss, der "Rheinischen Post".
Für diesen Montagnachmittag habe die AfD "sämtliche Kandidaten zur
Vorstellung" in die Fraktion eingeladen, sagte Brandner. "Unser
Wahlverhalten wird dann am Ende, nach Vorstellungen in Fraktion und
Ausschuss und gründlicher Befragung, festgelegt werden." Weiter sagte
Brandner: "Die AfD-Fraktion sieht der Vorstellung der drei Kandidaten
gespannt entgegen."
Die Unionsfraktion will Richter Günter
Spinner vom Bundesarbeitsgericht für die Wahl aufstellen, die SPD will
zwei Professorinnen für Staatsrecht, Frauke Brosius-Gersdorf und
Ann-Katrin Kaufhold, nominieren, wie es aus Parteikreisen heißt. Die
Personalie Brosius-Gersdorf sei "mit breiter Mehrheit der Demokraten
abzulehnen", sagte Brandner vor einigen Tagen. Zu Spinner äußerte er
sich nicht.
Der Wahlausschuss des Bundestags soll am Montag ab 20
Uhr eine Empfehlung zur Nachbesetzung dreier Richterstellen am
Bundesverfassungsgericht abgeben. Spricht der Ausschuss am Montag eine
Empfehlung aus, wird darüber im Plenum abgestimmt. Für die Wahl im
Plenum ist eine Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen
nötig. Da die schwarz-rote Koalition eine Abhängigkeit von der AfD
vermeiden will, ist sie auf die Stimmen von Linken und Grünen
angewiesen.
Quelle: dts Nachrichtenagentur