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Mehrere Verbände gegen Friedensnobelpreis für Merkel

Archivmeldung vom 08.10.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.10.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Angela Merkel
Angela Merkel

Foto: César
Lizenz: CC-BY-SA-2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Mehrere Verbände sind der Ansicht, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Friedensnobelpreis nicht verdient hat. Die Kanzlerin habe weder den Ukraine-Konflikt noch die Flüchtlingsfrage "zu einem guten Ende gebracht", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, dem "Handelsblatt". "In der Flüchtlingssituation stellt sich zudem die Frage, ob ihr Handeln nicht erst zu einem Anwachsen des Problems geführt hat." Es wäre ähnlich wie bei US-Präsident Barack Obama, sagte Kraus weiter, "der den Preis quasi als Vorschusslorbeeren erhalten hat".

Auch der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, nahm Bezug zur "zweifelhaften" Verleihung des Friedensnobelpreises an Obama, der allen eine "Mahnung" sein sollte. "Sollte Angela Merkel irgendwann einmal nicht mehr Kanzlerin sein, kann man gerne ihre Leistungen rückwirkend bewerten und dann vielleicht den Friedensnobelpreis verleihen", sagte Zimmermann dem "Handelsblatt". Das Nobelkomitee in Oslo solle daher "aufhören, mit der Preisvergabe Politik machen zu wollen und besser rückblickend eine Leistung bewerten."

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel. "Einer Verleihung des Friedensnobelpreises an aktive Politiker stehe ich sehr skeptisch gegenüber", sagte Holznagel dem "Handelsblatt". "Auch in der aktuellen Krisenpolitik muss man schließlich sehen, wie sie langfristig wirkt."

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, stößt in dasselbe Horn. Bei aller gebotenen Wertschätzung für die Bundeskanzlerin und Anerkennung ihrer Leistungen in der Ukraine- und Flüchtlingskrise sei er der Ansicht, dass der Friedensnobelpreis "grundsätzlich nicht an Berufspolitiker und Berufspolitikerinnen vergeben werden sollte, die ohnehin qua Amt ganz selbstverständlich einer friedensstiftenden Politik verpflichtet sein sollten", sagte Schneider dem "Handelsblatt". Insofern habe er auch die Auszeichnung des US-Präsidenten Obama oder der EU als "unglücklich" empfunden. "Der Friedensnobelpreis sollte meines Erachtens grundsätzlich den Akteuren der Zivilgesellschaft vorbehalten bleiben", betonte Schneider.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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