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Bis zu 100 minderjährige Flüchtlinge kommen auf einen Vormund

Archivmeldung vom 15.04.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.04.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Metropolico.org, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: Metropolico.org, on Flickr CC BY-SA 2.0

Der starke Zuzug unbegleiteter minderjähriger Ausländer erschwert zunehmend eine angemessene Betreuung der Kinder und Jugendlichen. "Der Bedarf an Vormündern ist groß, meist betreut ein Vormund 50 Minderjährige, in Einzelfällen können es aber auch mehr als 100 sein", sagte Tobias Klaus vom Bundesfachverband unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge der "Welt". Viele neu eingestellte Vormünder seien ihrer Aufgabe nicht gewachsen.

"Die Anfragen von Vormündern an unseren Verband haben massiv zugenommen. Viele von ihnen sind unerfahren und wissen nicht, ob sie einen Asylantrag stellen sollen oder nicht", erklärte Klaus.

Im vergangenen Jahr stellten nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nur 14.439 Unbegleitete einen Asylantrag, obwohl etwa drei Mal so viele zuwanderten. Obwohl unbegleitete minderjährige Ausländer als besonders schutzbedürftig gelten und ihre Asylanträge priorisiert werden müssen, dauerte die Bearbeitung ihrer Asylanträge mehr als einen Monat länger als bei den übrigen Asylsuchenden. 2015 waren es durchschnittlich 6,7 Monate, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht, die der "Welt" vorliegt. Dabei müsste es eigentlich umgekehrt sein:Wegen ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit müssten nach geltender Gesetzeslage Anträge der Unbegleiteten priorisiert werden.

Wegen der Schwierigkeiten bei der Betreuung wird in der Unions-Bundestagsfraktion eine Begrenzung des Zuzugs unbegleiteter Jugendlicher gefordert. "Das deutsche Jugendhilferecht ist für diese Aufgabe weder quantitativ noch qualitativ ausgelegt", sagte Fraktionsvize Michael Kretschmer (CDU). "Die Arbeit mit den Jugendlichen ist so anspruchsvoll und aufwendig, dass Deutschland in Zukunft nur eine sehr begrenzte und auf jeden Fall viel kleinere Zahl von unbegleiteten Minderjährigen als heute aufnehmen kann."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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