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Führender deutscher Infektiologe schließt Ausgangssperre nicht aus

Archivmeldung vom 30.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
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Bild: Eigenes Werk /OTT

Gerd Fätkenheuer, der Leiter der Infektiologie des Uniklinikums Köln und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, schließt eine Ausgangssperre im Kampf gegen das Coronavirus nicht aus. "Ich hoffe, wir können das vermeiden. Und ich bin optimistisch. Aber ganz ausschließen kann man eine solche Maßnahme nicht, wenn die Zahl der Neufälle nicht sinkt", sagte der Kölner Chefarzt der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Die jüngst von den Ministerpräsidenten und der Kanzlerin beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus begrüßt der Mediziner. "Es war völlig richtig und notwendig, solche Maßnahmen zu ergreifen. Ohne diesen Schritt bekommen wir die Zahlen nicht runter", sagte Fätkenheuer.

Es sei nur eine Frage der Zeit, dass wir überall die Grenze der Kapazitäten in den Krankenhäusern erreichten, wenn nichts geschehe. Fätkenheuer: "In Frankfurt etwa, das höre ich von Kollegen, ist es schon so weit, dass die Kliniken voll ausgelastet sind." Deshalb sei es gefährlich, "nur auf die Zahl der belegten Intensivbetten zu schauen. Dann kommen Gegenmaßnahmen leider oft schon zu spät, da der Anstieg der Fälle erst einmal noch eine ganze Zeit weiter geht." Für Fätkenheuer müsste in zehn bis 14 Tagen eine Wende erkennbar sein. "Das ist die Probe aufs Exempel. Sonst müssen wir noch nachlegen, so hart es auch für viele ist", ergänzte der Infektiologe.

Quelle: Rheinische Post (ots)


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