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Historiker Hans-Ulrich Wehler für Direktwahl des Bundespräsidenten

Archivmeldung vom 05.06.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.06.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Schloss Bellevue Bild: Stephan Czuratis
Schloss Bellevue Bild: Stephan Czuratis

Der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler hält eine Direktwahl des Bundespräsidenten für ein geeignetes Mittel gegen die Politikverdrossenheit nach der Demission Horst Köhlers. "Der Vorteil bei einer Direktwahl ist darin zu sehen, dass man nicht etwa von der Zufallszusammensetzung der Landtage und des Bundestages abhängt, was die Zusammensetzung der Bundesversammlung angeht", sagt er dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die allermeisten Menschen, so Wehler, verstehen diese ohnehin nicht. "Bei einer Direktwahl würde ein leidenschaftlicher Wahlkampf stattfinden." Eine Direkt-Wahl zwischen Gauck und Wulff hätte durchaus Attraktivität: "Es wäre eine Wahl, bei der es eine klare Polarisierung gäbe: katholischer Jungpolitiker auf der einen Seite, Gauck, der ein sehr imponierender Mann ist, und anders als Köhler in kritischen Situationen mit guten Redenschreibern und rhetorischer Beherrschung Situationen gut meistern würde, auf der anderen Seite."

Wehler, Verfasser der fünfbändigen Deutschen Gesellschaftsgeschichte (Beck-Verlag) glaubt auch nicht, dass hierdurch das repräsentative Element der Bundesrepublik geschwächt würde. "Direktwahlen sind den Bürgern vertrauter. Wenn man an die Belebung des politischen Geschäftes denkt, wäre ein klassischer kurzer Wahlkampf junger, nicht unsympathischer Kandidaten eine gute Überlegung", sagte er und verwies auf die USA, wo es einige Formen der direkten Demokratie gebe, ohne dass die repräsentative Demokratie geschwächt worden wäre. "In Deutschland empfinde ich es nicht als Gefahr, wenn Gauck gegen Wulff in einem direkten Wahlkampf gewinnen würde." Auf das Amt ganz zu verzichten, hält der Historiker für keine geeignete Alternative: "Solche politischen Formen beseitigt man nicht einfach. Auch dann nicht, wenn es solche Demissionen wie die von Köhler gegeben hat, die ich als einen politischen Skandal empfinde." 

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

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