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Bundeswehr hat Engpässe bei Behandlung traumatisierter Soldaten

Archivmeldung vom 17.11.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.11.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Soldaten: Musik soll Traumata verringern helfen.
Soldaten: Musik soll Traumata verringern helfen.

Bild: pixelio.de, Gemen64

Die medizinischen Versorgungsstrukturen der Bundeswehr werden der zunehmenden Zahl von im Einsatz psychisch erkrankten Soldaten nur unzureichend gerecht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine AfD-Anfrage hervor, die der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vorliegt. Demnach sind derzeit nur knapp 76 Prozent der vorgesehenen Stellen in den psychiatrischen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser besetzt.

Und nur 30 Prozent der eingeplanten Betten stehen auch tatsächlich zur Verfügung (48 statt 160). Seit 2011 wurden danach insgesamt 2311 einsatzbedingte psychische Neuerkrankungen diagnostiziert. Wie hoch die Zahl der unter posttraumatischen Belastungsstörungen leidenden Soldaten tatsächlich ist, kann nur geschätzt werden. Der Rückgriff auf zivile Vertragsärzte wird von der Bundeswehr selbst als Überbrückung und Ausnahme angesehen. Tatsächlich hat sich nach der jüngsten Auflistung die Zahl der Behandlungen von Soldaten durch zivile Psychiater von 1564 im Jahr 2011 auf 7836 im vergangenen Jahr mehr als verfünffacht.

Diese Zivilisten dürfen jedoch keine wehrmedizinischen Untersuchungen durchführen. Dafür fahren die Soldaten dann bis zu 138 Kilometer weit und müssen zwei bis drei Monate auf den ersten Termin warten. AfD-Sozialexperte René Springer fordert vor diesem Hintergrund die Bundesregierung auf, "ihre Fürsorgepflicht endlich ernst zu nehmen". Die seit Jahren grassierenden Missstände müssten "endlich beseitigt" werden. Bis heute sei eine notwendige Strategie für die Behandlung und Versorgung psychisch erkrankter Soldaten "nicht im Ansatz vorhanden".

Quelle: Rheinische Post (ots)

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