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Boris Palmer kritisiert Versagen bei Schutz der Pflegeheime

Archivmeldung vom 22.12.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.12.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Boris Erasmus Palmer  (2020)
Boris Erasmus Palmer (2020)

Foto: Superbass
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) sieht den mangelnden Schutz der Alters- und Pflegeheime vor der zweiten Corona-Welle als schweren Fehler der Politik an. Zwar seien im Dezember verpflichtende Tests in Heimen von Bund und Ländern angeordnet worden, doch das sei viel zu spät gekommen.

"Was mich ärgert, ist, dass das viele Monate nicht nur verschleppt, sondern aktiv verhindert und abgelehnt wurde", sagte Palmer der "Südwest Presse". Mit der Forderung nach regelmäßigen und anlasslosen Tests in Heimen seien die Tübinger Pandemiebeauftragte Lisa Federle und er "immer wieder abgeblitzt". Daraufhin habe man beschlossen, "dass wir es auf eigene Faust machen".

Tübingen hat für seine Corona-Strategie insgesamt 500.000 Euro im städtischen Haushalt bereitgestellt und führt bereits seit September regelmäßige Tests in Heimen durch. "Wir waren mit unserem Start im September genau rechtzeitig vor der zweiten Corona-Welle dran. Flächendeckend wird es leider erst jetzt umgesetzt, wo schon viele tausend Menschen gestorben sind", sagte Palmer weiter. Mit den Grünen würde sich der umstrittene OB eine Versöhnung wünschen - und würde sich dafür auch zurücknehmen und Fehler eingestehen. "Für das Ziel, mit meiner Partei wieder an einem Strang zu ziehen, werde ich mir das abverlangen." Ob er 2022 erneut zur OB-Wahl in Tübingen antreten würde, hänge unter anderem davon ab, ob es im gelinge, die Tübinger Grünen zu überzeugen, erneut mit ihm ins Rennen zu gehen. "Was wir auf den Weg gebracht haben, insbesondere das revolutionäre Klimaschutzprogramm, das Tübingen bis 2030 klimaneutral machen soll, wäre es schon wert, noch einmal durchzustarten."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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