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Schädlings-Duo aus Fadenwurm und Pilz schädigt Sojabohne

Archivmeldung vom 18.06.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.06.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bestandsansicht: erkrankte Sojabohnenblättern innerhalb gesunder Blätter.
Quelle: Foto: A. Westphal/Julius Kühn-Institut (idw)
Bestandsansicht: erkrankte Sojabohnenblättern innerhalb gesunder Blätter. Quelle: Foto: A. Westphal/Julius Kühn-Institut (idw)

In den USA tritt seit Jahren ein gefürchteter Schadkomplex an Sojabohnen auf, bei dem ein Fadenwurm (Nematode) und ein Pilz gemeinsam ihre Vernichtungskraft entfalten. Erst kürzlich konnten Dr. Andreas Westphal vom Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig und seine amerikanische Kollegin Dr. Lijuan Xing zeigen, dass es sich bei Heterodera glycines und Fusarium virguliforme tatsächlich um einen synergistischen Krankheitskomplex handelt (Publikation: Xing & Westphal, 2013, JPDP 120, S. 209 - 217).

Mikroplots zur Zeit der Bonituren mit auffälligen Unterschieden zwischen erkrankten völlig gesunden
Quelle: Foto: A. Westphal/Julius Kühn-Institut (idw)
Mikroplots zur Zeit der Bonituren mit auffälligen Unterschieden zwischen erkrankten völlig gesunden Quelle: Foto: A. Westphal/Julius Kühn-Institut (idw)

Um zu verstehen, warum sich dieser Krankheitskomplex so ausprägt, hat eine internationale Forschergruppe die spezifische Rolle der beiden Pflanzenpathogene in der Krankheitsausprägung modelliert. Die Ergebnisse der Studie sind am 16. Juni in der Fachzeitschrift PlosOne erschienen und können unterhttp://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0099529 eingesehen werden.

Gemeinsam mit australischen, chinesischen und amerikanischen Kollegen wurden sogenannte Mikroplot-Experimente in Indiana durchgeführt. „Mit Hilfe der Daten konnten wir ein Modell entwickeln, das die Rolle des Pilzes und des Nematoden quantitativ darstellt“, berichtet Dr. Westphal vom JKI. Die Forscher erstellten eine Reaktionsmatrix, die einen klaren Zusammenhang zwischen der Stärke der Krankheitsausprägung und der Befallsstärke des Pilzes und des Nematoden in der Ausgangserde herstellt. Die Beziehung von Krankheitsstärke und Ertragsparametern wurde ebenfalls analysiert. „So lassen sich bei bekannten Konzentrationen von Nematoden und Pilz das Ausbruchsrisiko und die Krankheitsstärke voraussagen“, sagt Westphal.

„Wir haben nicht nur das Verständnis zu diesem wichtigen Krankheitskomplex vertieft, der zum akuten Absterben der Sojapflanzen führt, sondern konnten auch wichtige Erkennungs- und Quantifizierungsmethoden entwickeln“, so das Fazit von Dr. Westphal. Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit zu einem verbesserten Management für die sich stetig weiter verbreitende Krankheit beiträgt. Eine Unterdrückung des Schaderregerkomplexes mit Pflanzenschutzmitteln gestaltet sich schwierig. Die Resistenzzüchtung macht mittlerweile große Fortschritte, aber nach wie vor macht der Krankheitskomplex große Schwierigkeiten, da auch ein Fruchtwechsel mit Mais dem Duo keinen Einhalt gebietet.

Hintergrundinfo zum Experiment-Design:

In runden Beeten von 45 cm Durchmesser, die aus senkrecht eingegrabenen Röhren bestanden, herrschten für die Sojapflanzen die typischen Feldbedingungen. Pilze und Nematoden wurden einzeln und in verschiedenen Kombinationen in diese Beete eingebracht. In zeitlichen Abständen wurde die Krankheitsausprägung an den Sojabohnenpflanzen bestimmt. Die Menge des Pilzes wurde sowohl in der Erde zur Aussaat und in erkranktem Pflanzenmaterial mit Hilfe eines molekularen Verfahrens (rtPCR) mit einem neuen hoch spezifischen Erkennungsset (Primer) bestimmt. Der Partner in Australien ermöglichte die Extraktion von DNA aus großen Erdmengen (500 g), die bisher nur in seinem Labor möglich ist. Die Gruppe in den USA führte die DNA-Analysen durch.

Quelle: Julius Kühn-Institut (idw)

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