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Brutale Gewalt gegen deutsche Vogelschützer

Archivmeldung vom 03.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt

Aktivisten des Bonner Komitees gegen den Vogelmord, das zur Zeit Einsätze gegen die illegale Vogeljagd im Mittelmeerraum durchführt, sind in den letzten zwei Tagen Opfer brutaler Gewalt geworden.

In den frühen Morgenstunden lauerten heute fünf mit Sturmhauben maskierte Männer einem Team der deutschen Vogelschützer auf, die in der Nähe von Rabat (Malta) mit dem Auto auf einer Landstraße unterwegs war.

Wie das Komitee berichtet, stoppten die Täter das Auto und schleuderten mehrere schwere Felsbrocken auf das Fahrzeug, dessen Scheiben daduch total zerstört wurden. "Ein Stein durchschlug die Seitenscheibe und verfehlte den Kopf des Fahrers nur um wenige Zentimenter", berichtet Biologe Axel Hirschfeld, der den Einsatz der Naturschützer auf Malta leitet. "Anschließend versuchten die Angreifer, die Türen des Wagens zu öffnen und die Aktivisten herauszuziehen". Die Insassen - zwei Vogelschützer aus NRW und Niedersachsen - konnten nur mit knapper Not entkommen und wurden glücklicherweise nur leicht verletzt.

"Wir gehen davon aus, dass diese feige Tat ein Racheakt aus den Reihen der Vogel-Wilderer war", so Hirschfeld. In der letzten Woche hatten Aktivisten des Komitees dokumentiert, wie Wilderer auf Malta trotz Jagdverbot zahlreiche geschützte Vogelarten, darunter Greifvögel und Turteltauben, getötet hatten. Die zu Hilfe gerufene Polizei konnte daraufhin mehrere Wilderer festnehmen.

Bei einem weiteren Angriff, wurde gestern auf Zypern ein Team des Bonner Verbandes von Vogelfängern brutal zusammengeschlagen. Zwei Vogelschützer, darunter ein Deutscher, wurden bei der Attacke schwer verletzt und wurden ins Krankenhaus gebracht.

Die Attacke auf Zypern ereignete sich, als die Naturschützer in der Nähe von Paralimnini illegale Fanggeräte für Singvögel abbauten. "Plötzlich tauchten wie aus dem Nichts sechs Männer auf, bewarfen uns mit Steinen und schlugen anschließend zwei unserer Leute zu Boden. Danach traten sie wie von Sinnen immer wieder auf sie ein. Anschließend rissen sie uns die Videokameras aus den Händen und zerschmetterten die Geräte - eines davon auf dem Kopf eines Aktivisten", berichtet Komitee Geschäftsführer Alexander Heyd, der bei dem Angriff leicht verletzt wurde. Die beiden anderen Komiteemitglieder, darunter ein Italiener, erlitten schwere Prellungen und Gehirnerschütterungen. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht und stehen zur Zeit unter Schock.

Ein Journalist der amerikanischen Tageszeitung "The New Yorker", der das Team des Komitees bei dem Einsatz auf Zypern begleitete, wurde ebenfalls angegriffen, konnte jedoch unverletzt entkommen.

Das Komitee gegen den Vogelmord ist zur Zeit mit 18 Mitgliedern auf Malta und Zypern im Einsatz, um dort gemeinsam mit der Polizei gegen die illegale Vogeljagd und den Fang von Singvögeln für Restaurants vorzugehen. Fang und Abschuss von Zugvögeln sind sowohl durch zypriotisches und maltesisches Recht als auch durch die Europäische Vogelschutzrichtline streng verboten.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei, die in beiden Fällen Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet hat, dauern zur Zeit noch an.

Quelle: Komitee gegen den Vogelmord e. V.

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