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Tropenwald: Datenbasierte Vorhersage schont Boden, Klima und Geldbeutel

Freigeschaltet am 11.05.2019 um 09:52 durch Manuel Schmidt
Erfolgreiche Wiederaufforstung: 2008 begannen die Baumpflanzungen auf der Finca San Rafael. Bereits acht Jahre später, im Jahr 2016, zeigt sich der Mischwald mit geschlossenem Kronendach. Bild: Stiftung FuturoVerde (idw)
Erfolgreiche Wiederaufforstung: 2008 begannen die Baumpflanzungen auf der Finca San Rafael. Bereits acht Jahre später, im Jahr 2016, zeigt sich der Mischwald mit geschlossenem Kronendach. Bild: Stiftung FuturoVerde (idw)

Im tropischen Mittelamerika lassen große Investmentfirmen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten Monokulturen mit nichtheimischen Baumarten wie Teak entstehen, die möglichst schnell wachsen, großflächig durch Kahlschläge abgeholzt und flott vermarktet werden: Mit ökologischen Folgen wie Bodenerosion, Verlust der Artenvielfalt, Schadstoffeintrag durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel.

Eine Alternative stellen Mischwälder mit heimischen Baumarten dar, die umweltschonender bewirtschaftet werden können. Damit ein Umdenken erfolgt und ansässige Landbesitzer überzeugt werden können, dass sich das Aufforsten nachhaltiger tropischer Mischwälder langfristig auch finanziell auszahlt, will die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zusammen mit der Firma PuroVerde in Costa Rica ein datenbasiertes Entscheidungshilfesystem entwickeln. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das neue Projekt fachlich und finanziell mit rund 400.000 Euro.

Nachhaltige Mischwälder mit heimischen Baumarten statt Monokulturen

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, ist der weltweite Schutz der Wälder als Kohlenstoffspeicher von zentraler Bedeutung.“ Die Wiederbewaldung sei eine einfache und wirkungsvolle Methode, das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu ziehen. Doch seien vor allem im tropischen Regenwald bereits viele Millionen Hektar unter anderem dem exportorientierten Ananas- oder Sojaanbau zum Opfer gefallen. Costa Rica habe darauf mit einem Abholzungsverbot reagiert: Nachdem der Baumbestand 1987 etwa 21 Prozent der Landesfläche ausgemacht habe, seien heute wieder 50 bis 60 Prozent bewaldet. „Problematisch ist aber, dass für die Forstwirtschaft hauptsächlich exotische Baumarten wie Teak in Monokulturen angebaut werden, die nach 16 bis 20 Jahren in großflächigen Kahlschlägen gefällt werden – mit großen umweltbelastenden Folgen“, sagt Prof. Dr. Marc Hanewinkel von der Universität Freiburg. Dieser Trend soll durch Mischwaldkonzepte mit verschiedenen heimischen Baumarten, die sich zugunsten der Boden-, Wasser- und Lebensraumqualität auswirken, aufgehalten werden. Der Aufbau solcher Wälder erfordere umfangreiche Kenntnisse über das Bewirtschaften und das Bewerten von Märkten und Preisentwicklungen, um sie für Investoren interessant zu machen.

Klimasensitives Wachstumsmodell soll Waldentwicklung vorhersagen

Stefan Pröstler, Leiter des Projektverbunds FuturoVerde, zu dem auch die Firma PuroVerde gehört: „Für ein Umdenken muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, denn die Landbesitzer sind sehr skeptisch, ob das alles funktioniert und sich finanziell auch lohnt.“ Das noch zu entwickelnde prozessbasierte Entscheidungsinstrument soll dabei helfen. Konkret soll ein klimasensitives Wachstumsmodell für einheimische Baumarten ausgerichtet und für Vorhersagen der Waldentwicklung genutzt werden. Das Entscheidungshilfesystem soll übertragbar und damit auch in anderen tropischen Ländern nutzbar gemacht werden. Am Ende werden die Forschungsergebnisse in ein in der Praxis anwendbares Managementhandbuch überführt. Eine nachhaltige Wiederaufforstung in den Tropen stelle im doppelten Sinn einen Gewinn dar: Neben dem ökologischen Nutzen eines naturnahen Waldes mit einheimischen Baumarten wie Guapinol, Almendro und Cebo biete sich den Landbesitzern wieder eine dauerhafte wirtschaftliche Perspektive. Außerdem könne der Mischwald vielen Tier- und Pflanzenarten als eine Art Verbindungskorridor dienen, wenn ursprünglich gebliebene Regenwälder angrenzten.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) (idw)

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