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2050 haben nahezu alle Seevögel Plastik im Magen

Archivmeldung vom 02.09.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.09.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Seevogel: Immer mehr von ihnen ersticken an Plastikmüll. Bild: csiro.au
Seevogel: Immer mehr von ihnen ersticken an Plastikmüll. Bild: csiro.au

Forscher von CSIRO und des Imperial College London haben untersucht, wie verbreitet die Bedrohung der Seevögel der Welt durch Plastik ist. Dabei wurden auch Albratrosse, Sturmtaucher und Pinguine berücksichtigt. Laut der in "PNAS" veröffentlichten Studie hat der Großteil der Arten bereits Plastik in den Gedärmen. Laut dem Team um Chris Wilcox weisen bereits fast 60 Prozent aller Seevögel Plastik im Darm auf.

Basierend auf der Analyse von Untersuchungen aus den 1960er-Jahren zeigt sich, dass Plastik in den Mägen der Seevögel immer häufiger vorkommt. 1960 wurde Plastik in weniger als fünf Prozent der Seevögel nachgewiesen. Bis zum Jahr 2010 ist dieser Wert um 80 Prozent angestiegen. Die Prognose: Bis 2050 könnten 99 Prozent aller Seevögel betroffen sein. Die Schätzungen gehen davon aus, dass bereits heute 90 Prozent aller dieser Arten bereits Plastik mit ihrem Futter aufgenommen haben.

Vögel halten die Plastikteile für Futter oder schlucken sie. Die Folgen sind Probleme im Darm, Gewichtsverlust und fallweise sogar der Tod. Laut Wilcox liegt mit dieser Studie erstmals eine weltweite Prognose vor, welche Folgen die Verwendung von Plastik auf die Lebewesen des Meeres haben wird. Laut Mitautorin Denise Hardesty liefern Seevögel Hinweise auf die Gesundheit der Ökosyteme. "Diese Schätzungen werden durch unsere Feldstudien bestätigt. Wir haben schon in einem einzelnen Vogel bis zu 200 Plastikstücke gefunden."

Besseres Abfallmanagement nötig

Die größten Auswirkungen wird Plastik auf wildlebende Tiere im südlichen Ozean haben, also auf die Region um die Südspitzen von Australien, Südafrika und Südamerika. Erik van Sebille vom Imperial College London nach hat Plastik gerade in den Regionen mit der größten Artenvielfalt die verheerendsten Folgen. "Wir machen uns große Sorgen um Arten wie Pinguine und die großen Albatrosse, die genau in dieser Region leben."

Laut Hardesty besteht heute noch die Möglichkeit, die Auswirkungen des Plastiks auf die Seevögel zu verändern. Voraussetzung dafür wäre aber ein besseres Abfallmanagement. "Auch einfache Maßnahmen können bereits Wirkung zeigen. Das haben die Entwicklungen in Europa gezeigt. In weniger als einem Jahrzehnt ist es gelungen, die Menge an Plastik in den Mägen von Tieren deutlich zu reduzieren", verdeutlicht Hardesty abschließend.

Quelle: www.pressetext.com/Michaela Monschein

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