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Gefahr für Naturfluss Save und Europas größte Auwälder

Archivmeldung vom 02.10.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.10.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Einer der letzten Naturflüsse Europas soll als "erheblich verändertes Gewässer" abqualifiziert werden. So zumindest deklarieren Landesvertreter Kroatiens, Bosnien-Herzegowinas, Sloweniens und Serbiens die Save im derzeitigen Entwurf des Managementplans für den Fluss. "Bleibt es bei dieser Einstufung, wäre das gerade hinsichtlich des bevorstehenden EU-Beitritts von Kroatien ein fataler Wegweiser in die falsche Richtung", sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung EuroNatur.

"Der ökologische Wert der Save ist unter Fachleuten unumstritten. Umso unverständlicher ist der derzeit diskutierte Vorschlag, die Save als 'erheblich verändertes Gewässer' zu klassifizieren. Vermutlich steht dahinter die Idee, dass sich dann naturzerstörerische Wasserbauprojekte leichter durchsetzen lassen. Ein solches Vorgehen führt die Europäische Wasserrahmen-Richtlinie als wirksames Instrument für den Gewässerschutz völlig ad absurdum", so Schwaderer. Wird die Klassifizierung der Save als "erheblich verändertes Gewässer" in der Endversion des Managementplans so beibehalten, erhöht dies die Gefahren für eine der letzten natürlichen Flusslandschaften Europas.

In Kürze wird die aus Vertretern der Ministerien und Behörden sämtlicher Anrainerstaaten bestehende und von der Europäischen Union geförderte Internationale Save-Kommission das Dokument verabschieden. Damit fällt eine gewichtige Entscheidung über das Schicksal des Naturparadieses, denn schon jetzt schwebt ein Damoklesschwert über der Save: Aktuell wird das noch aus jugoslawischen Zeiten stammende Vorhaben mit neuer Intensität verfolgt, die Save mit dem Donauhafen von Vukovar durch einen Donau-Save-Kanal zu verbinden. Dieser 110 Meter breite Kanal würde den Ausbau der Save für die Schifffahrt zwischen Belgrad und Sisak forcieren und die natürliche Dynamik der Flusslandschaft massiv stören. EuroNatur kritisiert die Umweltverträglichkeitsprüfung für diese Wasserbauprojekte und hält ihre Qualität für nicht ausreichend.

Ungeachtet dessen findet der Erhalt der Save als europäisches Naturerbe in der Internationalen Save-Kommission bislang keinerlei Beachtung. "An der Save lassen sich heute noch Auwälder erleben, wie sie vor 100 Jahren in Deutschland an Rhein oder Donau zu finden waren. Es wird höchste Zeit, dass die Save-Kommission ihrer Verpflichtung nachkommt. Sie muss dringend für einen Managementplan sorgen, der den Schutz der herausragenden Naturwerte der Save und angrenzender Lebensräume an oberste Stelle stellt. Die Save braucht ein durchdachtes Schutz- und Renaturierungskonzept und keine weitere Zerstörung", sagt Gabriel Schwaderer.

Quelle: EuroNatur (ots)

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