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Asiatische Buschmücke nun auch in Niedersachsen

Archivmeldung vom 26.07.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.07.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Aedes japonicus japonicus - Asiatische Buschmücke
Aedes japonicus japonicus - Asiatische Buschmücke

Bild: Dorothee Zielke/ZALF

Nach dem überraschenden Fund einer Population der Asiatischen Buschmücke Aedes japonicus in Westdeutschland im Sommer des vergangenen Jahres konnten dieselben Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), Müncheberg, und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Greifswald – Insel Riems, diese invasive Stechmückenart nun auch in Niedersachsen nachweisen.

Auf die Spur kamen die Forscher der Asiatischen Buschmücke abermals durch Bürgerbeteiligung im „CitizenScience“–Projekt „Mückenatlas“. Ende 2012 war in einer Einsendung aus einem Ort nahe der niedersächsischen Hauptstadt Hannover ein Mückenexemplar als Weibchen der Asiatischen Buschmücke identifiziert worden. Mit dem Beginn der Mückenaktivitätsperiode im Frühjahr 2013 untersuchte das Team um die Biologen Dr. Doreen Werner (ZALF) und Dr. Helge Kampen (FLI) Wasserbrunnen von Friedhöfen zahlreicher Ortschaften Niedersachsens und Ostwestfalens zwischen Hannover, Hildesheim, Minden und Detmold auf die aquatischen Entwicklungsstadien von Aedes japonicus. Auf 25 von 129 inspizierten Friedhöfen in beiden Bundesländern wurden die Forscher fündig. Die weit verbreitete Anwesenheit von Larven und Puppen im Frühjahr belegt zweifelsfrei eine Etablierung der Mückenart, die mindestens auf eine Einschleppung im Jahr 2012 zurückgehen muss. Ob die Mücke aus dem westlichen Nordrhein-Westfalen eingewandert ist oder es sich um eine Neueinschleppung handelt, wird aktuell durch genetische Verwandtschaftsanalysen überprüft.

Die Asiatische Buschmücke zeichnet sich nicht nur durch ein aggressives Stechverhalten aus, sondern könnte auch verschiedene, z.Zt. noch nicht in Deutschland heimische Krankheitserreger übertragen, sollten diese den Weg hierhin finden. Darüber hinaus scheint Ae. japonicus einheimische Mückenarten zu verdrängen.

Um die Verbreitung der Mückenarten in Deutschland flächendeckend erfassen zu können, hatten die Wissenschaftler des ZALF und des FLI im Jahr 2012 das „Citizen Science“-Projekt „Mückenatlas“ ins Leben gerufen. Das Forscherteam bittet um die Einsendung von Stechmücken aus allen Teilen Deutschlands. Die Stechmücken sollen unbeschädigt eingefangen, tiefgefroren und anschließend an das ZALF geschickt werden.

Weltweit gibt es rund 3.500 Stechmückenarten, 50 davon wurden bisher in Deutschland nachgewiesen. Da sie wissenschaftlich lange vernachlässigt wurden, fehlt grundlegendes Wissen über ihr Vorkommen und ihre regionale Verbreitung. Faktoren wie Globalisierung und Klimaveränderung begünstigen zudem die Einschleppung und Ansiedlung nicht-einheimischer Stechmückenarten, von denen einige Krankheitserreger übertragen können.

Quelle: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

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