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Deutsche verbrauchen immer noch 37 dünne Plastikbeutel für Obst und Gemüse pro Jahr

Archivmeldung vom 04.06.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.06.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: w.r.wagner / pixelio.de
Bild: w.r.wagner / pixelio.de

Während die Deutschen deutlich seltener zu Plastiktüten greifen, geht die Verwendung der meist kostenlosen dünnen Plastikbeutel für Obst und Gemüse nur wenig zurück. Laut Bundesumweltministerium nutzten die Verbraucher 2018 im Schnitt pro Kopf 37 dieser sogenannten Hemdchenbeutel - nur zwei weniger als 2017 mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 39 Tüten.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland etwas mehr als drei Milliarden der kleinen Beutel verbraucht. Die Deutschen verwendeten somit mehr Hemdchenbeutel als in den Jahren 2016 und 2015 mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 36 Stück. Dies steht im Gegensatz zu dem drastischen Rückgang bei der Nutzung von Plastiktüten, der sich seit 2016 fast halbiert hat von 45 auf 24 Stück 2018.

Hintergrund ist, dass viele Händler Kunststoff-Tragetaschen nicht mehr umsonst ausgeben, sondern Geld dafür verlangen - während im Supermarkt in den Obst- und Gemüseabteilungen die Hemdchenbeutel in der Regel kostenlos sind. Das Bundesumweltministerium klagt: "Während der Verbrauch von leichten Kunststofftragetaschen im Zeitraum von 2015 bis 2018 signifikant um etwa zwei Drittel zurückging, bewegte sich der Verbrauch sehr leichter Kunststofftragetaschen auf gleichbleibendem Niveau." Die kleinen Beutel sind auch von einer Europäischen Richtlinie ausgenommen, die den Plastiktütenverbrauch auf dem Kontinent senken soll. Ab dem Jahr 2026 sollen die Europäer pro Jahr nur noch 40 Stück der großen Einkaufstüten verbrauchen. Deutschland liegt mit 24 im Jahr 2018 bereits jetzt deutlich darunter.

Judith Skudelny, umweltpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, kritisierte angesichts der neuen Zahlen Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), die mit ihrer "Symbol-Politik zur Reduzierung des Plastikmülls" zu scheitern drohe: "Ihre Maßnahmen bleiben Stückwerk und sind inkonsequent." Plastiktüten würden vom Kunden oft durch Hemdchenbeutel ersetzt.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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