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Wissenschaftler: Flüssiger Ozean auf Pluto unter Eispanzer versteckt

Archivmeldung vom 21.05.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.05.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: NASA/JHUAPL/SwRI
Bild: NASA/JHUAPL/SwRI

Ein US-japanisches Forscherteam hat mit Hilfe von Computersimulationen gezeigt, dass auf dem Pluto ein flüssiger Untergrundozean existieren kann. Dies berichtet die wissenschaftliche Nachrichtenwebseite Phys.org.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik" meldet weiter: "2015 hatte die Nasa-Raumsonde „New Horizons” Nahaufnahmen vom Pluto, darunter von dem Gebiet Sputnik Planitia, einer Eisebene in der Nähe des Äquators des Zwergplaneten, gemacht. Aufgrund der Lage und der Topographie von Sputnik Planitia glaubten Wissenschaftler, dass sich unter der Eishülle, die bei Sputnik Planitia dünner ist, ein unterirdischer Ozean befinden könnte. Allerdings wurde diese Version als unwahrscheinlich bewertet, da angesichts des Alters des Zwergplaneten der Ozean schon vor langer Zeit hätte zufrieren müssen.

Nun ging das internationale Wissenschaftlerteam davon aus, dass unter der eisigen Oberfläche von Sputnik Planitia eine „Isolierschicht“ aus Gashydraten verläuft. Gashydrate sind kristalline, eisähnliche Feststoffe, die aus in molekularen „Wasserkäfigen“ eingeschlossen Gasmolekülen bestehen. Sie sind hochviskos, haben eine geringe Wärmeleitfähigkeit und können daher isolierende Eigenschaften aufweisen.

Die Forscher führten Computersimulationen durch, die die thermische und strukturelle Entwicklung im Inneren des Plutos über einen Zeitraum von 4,6 Milliarden Jahren zeigen sollten. Vor dieser Zeitperiode hatte die Bildung unseres Sonnensystems begonnen. Zwei Szenarien wurden in Betracht gezogen – mit und ohne isolierende Schicht aus Gashydraten zwischen dem Ozean und der eisigen Hülle.

Die Simulationen zeigten, dass der Untergrundozean ohne Gashydrat-Isolierschicht bereits vor Hunderten Millionen Jahren vollständig zugefroren wäre. In dem Fall hätte sich im Laufe von einer Million Jahren über dem ganzen Ozean eine gleichmäßig dicke Eiskruste gebildet. Mit dieser Isolierschicht würde der Prozess jedoch mehr als eine Milliarde Jahre dauern.

Die Ergebnisse der Simulation unterstützen die Möglichkeit eines langlebigen flüssigen Ozeans unter der Eiskruste von Sputnik Planitia.

Das Team glaubt, dass die hypothetische Gasschicht aus Methan besteht, das aus dem felsigen Kern des Plutos stammt. Diese Theorie steht im Einklang mit der ungewöhnlichen Zusammensetzung der methanarmen und stickstoffreichen Atmosphäre des Plutos."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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