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Die ″Seekuh″ soll die Meere säubern – Ein Katamaran als Müllabfuhr

Archivmeldung vom 10.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Ein Modell der Seekuh – so könnte sie mal aussehen.
Ein Modell der Seekuh – so könnte sie mal aussehen.

Bild: oneearth-oneocean.com / gute-nachrichten.com.de

Seit Jahren warnen Wissenschaftler und Umweltschützer vor den Problemen für unsere Umwelt, die durch Plastikmüll in den Weltmeeren entstehen. Eine kleine Werft in Lübeck baut zurzeit ein Schiff, das eingesetzt werden soll, um den im Meer treibende Plastikabfall einzusammeln.

Dabei handelt es sich um einen Katamaran namens „Seekuh“, der im Auftrag des Vereins „One Earth – One Ocean“ auf der Werft „Lübeck Yacht Trave Schiff GmbH“ gebaut wird. Günther Bonin, der Vorsitzende von „One Earth – One Ocean“ sagt: „Von Sommer 2016 an soll die Seekuh als Müllabfuhr der Meere im Einsatz sein.“ Er hat zusammen mit der Werft und dem Kieler Ingenieur Dirk Lindenau das Schiff entwickelt.

Dirk Bonin beschreibt gegenüber der „taz“, die Arbeitsweise des Schiffs folgendermaßen: „Zwischen den jeweils zwölf Meter langen Rümpfen wird eine bewegliche Neukonstruktion angebracht. Damit fischen wir an der Wasseroberfläche treibende Kunststoffteile ab, während sich der Katamaran mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Knoten, also knapp vier Kilometern pro Stunde übers Wasser bewegt.“ Der Antrieb des Schiffes erfolgt mittels Solarenergie. Die Schiffbauer mussten ein besonderes Problem bewältigen, nämlich die Vorgabe, dass der Katamaran zerlegbar sein muss.

Dirk Lindenau sagt dazu: „Seine acht Module können in Container verpackt und so an jedem Ort der Erde gebracht werden. Der Katamaran ist hauptsächlich für den Einsatz in Küstennähe und auf Binnengewässern gedacht, denn die Netze reichen nur etwa drei bis vier Meter tief.“

Pro Fahrt kann die „Seekuh“ etwa zwei Tonnen Müll einsammeln. Der Preis für ein solches Schiff bewegt sich um etwa 250.000 Euro. Sollte sich der Prototyp bewähren, wird Dirk Bonin weitere Seekühe in Auftrag geben. Werft-Geschäftsführer Till Schulze-Hagenest freut sich: „Wir sind stolz auf diesen innovativen Auftrag. Der Katamaran ist eine spannende Herausforderung.“

Der Naturschutzbund Deutschland ist von der Idee sehr angetan, große Plastikteile aus dem Meer zu fischen. Man muss sich vor Augen halten, dass jährlich etwa zehn Millionen Tonnen Plastikabfälle in den Weltmeeren landen. Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF, sagt: „Von daher ist solch ein Müllsammelschiff allemal einen Versuch wert.“

In folgendem Video stellt Günther Bonin, Gründer von „One Earth – One Ocean“, den Zweck dieses Vereins vor und sagt auch ein paar kurze Worte über die Seekuh:

Quelle: oneearth-oneocean.com, taz.de, Gute-Nachrichten.com.de

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