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Entfernen verwaister Krabbenfallen bringt Millionen

Archivmeldung vom 26.01.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.01.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Alte Falle: Das Bergen nutzt dem Krabbenfischer enorm. Bild: CCRM/VIMS
Alte Falle: Das Bergen nutzt dem Krabbenfischer enorm. Bild: CCRM/VIMS

Das Entfernen herrenloser Krabbenfallen und anderen verwaisten Equipments entpuppt sich für die Fischereiindustrie als eine Goldgrube, wie eine aktuelle Studie des Virginia Institute of Marine Science (VIMS) beweist.

Würden nur zehn Prozent derartiger Relikte aus wichtigen Schalentier-Fanggebieten geborgen, könnten die Fangerträge demnach um 831 Mio. Dollar pro Jahr steigen. Diese Schätzung ergibt sich aufgrund des Erfolgs eines Projekts, bei dem alte Krabbenfallen aus der Chesapeake Bay geborgen wurden. Das hat bereits zusätzliches Fangvolumen im Wert von über 20 Mio. Dollar gebracht.

Beispielsweise durch Unwetter oder Unfälle verlieren Krabbenfischer immer wieder Fallen, die dann auf dem Meeresboden zurückbleiben. Ähnliches gilt auch für andere Formen der Fischerei. "Verlorene Spiegelnetze, Kiemennetze, Langleinen und Grundschlepp-Ausrüstung verschmutzt Meeresmilieus rund um die Welt", erklärt VIMS-Professor Kirk Havens.

In solch verwaister Ausrüstung verfangen sich Fische ebenso wie Schalentiere. Daher gehen die Forscher angesicht der neuen Erkenntnisse davon aus, dass Aufräum-Projekte ähnlich viel bringen könnten wie in der Chesapeake Bay. Dortige Fischer dürften dank dem Entfernen herrenloser Fallen bereits 60 Mio. zusätzliche Krabben gefangen haben.

Weniger Fallen, viel mehr Fang

Im Rahmen eines vom VIMS geleiteten Projekts wurden von 2008 bis 2014 insgesamt 34.408 herrenlose Krabbenfallen aus der Chesapeake Bay entfernt. Das hat zu deutlich besseren Fang geführt. Nach VIMS-Schätzung haben Fischer 13.504 Tonnen mehr Krabben eingeholt, was einem Wert von 21,3 Mio. Dollar entspricht.

"Das sind 27 Prozent mehr als es gewesen wäre, wenn die Fallen unten geblieben wären", verdeutlicht VIMS-Rofessor Andrew Scheld den Sinn der Aktionen. Die Investition von 4,2 Mio. Dollar in das Bergeprojekt hat sich dieser Schätzung zufolge schon zu mehr als dem Fünffachen an zusätzlichen Einnahmen geführt und somit mehr als rentiert.

Dabei geht das VIMS-Team davon aus, dass nur etwa zehn Prozent aller herrenlosen Krabbenfallen aus der Chesapeake Bay geborgen werden konnten. Eine vergleichbare Bergerate in allen Schalentier-Fanggebieten der Welt könnte der Studie zufolge zusätzliche Fangvolumen von 293.929 Tonnen und damit eben 831 Mio. Dollar jährlich bringen.

Die möglichen Effekte ähnlicher Aufräumarbeiten in anderen Arten von Fischereigebieten haben die Wissenschaftler noch nicht quantifiziert. Doch gehen sie davon aus, dass wohl auch in anderen Fischfanggebieten die zusätzlichen Fangerlöse die Kosten von Bergearbeiten für verwaistes Equipment bei weitem übertreffen würden.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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