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Forscher beunruhigt: Kommen wieder Kettenreaktionen in Tschernobyl in Gang?

Archivmeldung vom 14.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Kernkraftwerk Tschernobyl, Bild: Justin Stahlman from Montréal, Canada
Kernkraftwerk Tschernobyl, Bild: Justin Stahlman from Montréal, Canada

Sensoren haben eine Zunahme von Neutronen im Unglücksreaktor von Tschernobyl festgestellt. Eine mögliche Folge ist eine unkontrollierte Spaltung von Urankernen. Statt Erklärungen haben die Wissenschaftler bisher vor allem Fragen, berichtet das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter ist auf deren deutschen Webseite dazu folgendes geschrieben: "Sind im explodierten Reaktor von Tschernobyl wieder Kettenreaktionen in Gang gekommen? Flauen diese Reaktionen später von alleine wieder ab oder müssen Spezialisten etwas unternehmen? Kernphysiker aus der Ukraine stehen derzeit vor Fragen, auf die sie keine eindeutigen Antworten haben.

„Sensoren stellen einen Anstieg bei der Zahl der Neutronen fest, die aus einem unzugänglichen Raum im havarierten Meiler stammen. Dies ist ein Zeichen für eine Spaltungsreaktion“, erklärt Anatoli Doroschenko vom Kiewer Institut für Probleme der Reaktorsicherheit gegenüber dem Fachblatt „Science“. Sein Kollege Maxim Saweljew schließt die Möglichkeit eines Unfalls im verunglückten Block 4 nicht aus, jedoch hätten die Spezialisten mehrere Jahre Zeit, die Gefahrquelle zu entschärfen, sagt er.

Als der Reaktor in Tschernobyl am 26. April 1986 explodiert war, schmolzen beim darauffolgenden Brand der Brennstoff, die Steuerstäbe und der Sand, den die Rettungsmannschaften aus der Luft als Löschmittel über dem Meiler abwarfen, zu einem lavaartigen hochradioaktiven Material. Dieses verteilte sich im gesamten Block 4 des KKW.

Je stärker der Regen, desto mehr Neutronen

Ein Jahr nach der Katastrophe wurde zum Schutz vor der Strahlung ein Sarkophag aus Stahl und Beton über dem Reaktor gebaut. Wasserdicht war die Betonhülle allerdings nicht: Regenwasser drang ein – und gerade Wasser verlangsamt die Neutronen, die im Reaktorinneren entstehen, und erhöht dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Kernspaltung. Je stärker der Regen, desto schneller steigt die Zahl der Neutronen.

Die 2016 über dem Sarkophag errichtete Schutzhülle sollte diesen Missstand beheben. Und tatsächlich: Seitdem blieb die Zahl der Neutronen konstant oder ging sogar leicht zurück. Nun registrieren Detektoren wieder eine Zunahme von Neutronen an mehreren Stellen im Reaktorblock: In einem der Räume wurde eine Vervierfachung der Zahl dieser Teilchen binnen zwei Jahren festgestellt.

Die Neutronen durchdringen die uranhaltige Schmelzmasse, die seit dem Reaktorunfall im Block 4 erstarrt ist, verursachen möglicherweise eine Spaltung der Urankerne. „Die Daten sind zutreffend und überzeugend. Wir wissen nur nicht, welcher Wirkmechanismus sich dahinter verbirgt“, sagt der Kernforscher Neil Hyatt von der University of Sheffield.

Aber eins solle man auf keinen Fall tun: Die Gefahr ignorieren, betont der Wissenschaftler gegenüber dem Fachblatt. Die Spaltungsreaktionen könnten sich fortlaufend verstärken und schließlich zu einem unkontrollierten Ausstoß von Kernenergie führen.

Laut Maxim Saweljew vom Institut für Probleme der Reaktorsicherheit wäre der Einsturz von Absperrungen innerhalb des Sarkophags eine mögliche Folge. Die Räume unterhalb dieses Betonmantels wären dann voll von radioaktivem Staub."

Quelle: SNA News (Deutschland)

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