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155 tote Finnwale: Isländische Walfänger schöpfen Abschussquote erstmals voll aus

Archivmeldung vom 01.10.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.10.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Finnwal
Bild: Finnwal

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die isländische Walfangsaison 2015 ist offiziell vorbei. Insgesamt wurden 184 Wale in den Gewässern um Island harpuniert. Laut der internationalen Walschutzorganisation WDC übersteigt der Abschuss von 155 Finnwalen die offizielle Quote sogar noch um einen Wal. Da die Walfänger die letztjährige Quote jedoch nicht ausgeschöpft hatten, wäre insgesamt ein Abschuss von 171 der gefährdeten Meeressäuger erlaubt gewesen. Laut Experten ist diese Quote mehr als dreimal so hoch wie für die Population theoretisch verkraftbar.

Die Zwergwalquote für dieses Jahr betrug 275 Wale, aufgrund einer stetig abnehmenden Population um die Insel konnten die Jäger jedoch nur 29 dieser kleinsten Bartenwalart erlegen. Trotz fehlender wissenschaftlicher Daten über den Grund für den Rückgang der Zwergwale sieht die isländische Regierung bisher keinen Grund für ein Verbot der Jagd. Es ist das erste Mal seit Wiederaufnahme des kommerziellen Finnwalfangs im Jahr 2006, dass die Quote voll ausgeschöpft wurde. Gegenüber der isländischen Presse gab Kristján Loftsson sich sichtlich zufrieden.

„Kristján Loftsson hat sich in diesem Jahr die Nordostpassage als Transportweg für das Finnwal-Fleisch nach Japan erschlossen. Er hat die Unterstützung der Pro-Walfangstaaten Russland und Norwegen. Die sogenannten Walschutzländer der EU und die USA müssen sich endlich zu einem entschlossenen Handeln im Sinne des Artenschutzes durchringen“, so Astrid Fuchs, Programmleiterin bei WDC. „Island jagt unter einem hochumstrittenen Vorbehalt, den viele Mitgliedstaaten der Internationalen Walfangkommission nie akzeptiert haben. Die Jagd auf die streng geschützten Finnwale und der Handel mit ihrem Fleisch stehen auf einer Stufe mit Elefantenwilderei und illegalen Nashornjagden. Diese Tatsache muss von den Staaten, die sich den Artenschutz groß auf die Fahnen schreiben, endlich klar kommuniziert werden.“

Aufgrund der eskalierenden Bejagung und des ausufernden Handels mit dem Fleisch der bedrohten Finnwale steht Island schon lange in der internationalen Kritik. Bisher blieb es jedoch sowohl von Seiten der Europäischen Union als auch der USA bei diplomatischen Unmutsbekundungen. 2014 exportierte die Walfangfirma Hvalur hf die Rekordsumme von 2000 Tonnen Finnwalfleisch nach Japan, in diesem Jahr waren es erneut 1800 Tonnen.

Quelle: WDC

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