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Schweröl-Abgase werden zu Dünger

Archivmeldung vom 08.02.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.02.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Schiff: Schweröl-Abgase werdeb zu Dünger.
Schiff: Schweröl-Abgase werdeb zu Dünger.

Bild: Håkan Lindgren, kth.se

Giftige Abgase durch die Verbrennung von Schweröl auf Schiffen in Dünger umwandeln: Daran arbeiten derzeit schwedische Forscher der Königlichen Technischen Hochschule (KTH) http://kth.se . Christophe Duwig und Kollege Klas Engvall vermischen hierzu die Rauchgase mit Ozon und setzen noch eine Säure ein. Dabei verwandeln sich Schwefel und Stickoxide in Ammoniumsulfat und Ammoniumnitrat.

Das sind Feststoffe, die per Filter oder Zentrifuge vom Rauchgas gelöst werden sollen. Beides sind Ausgangsmaterialien für die Herstellung von Düngemitteln für die Landwirtschaft. Den experten nach sind diese stabil und könnten gefahrfrei an Bord der Schiffe gelagert werden. Dabei muss allerdings eine gewisse Vorsicht an den Tag gelegt werden. Ammoniumnitrat ist explosiv, wird auch zur Herstellung von Sprengstoffen genutzt.

Pilotanlage an Bord eines Schiffes

Zunächst wollen die Forscher das Konzept in einem Labormodell testen. Dazu ist es nötig, das Ozon sehr schnell mit den Rauchgasen zu vermischen. Nach ersten Erkenntnissen lassen sich die auftretenden Probleme lösen. Aus diesem Grund gehen die Fachleute jetzt daran, eine Demonstrationsanlage zu bauen. Als nächstes folgt dann eine kleine Pilotanlage, die an Bord eines Schiffes installiert werden soll und einen Teil des Abgasstroms behandelt.

Schwer- oder Bunkeröl ist das, was in der Raffinerie nach zahlreichen Prozessen, bei denen unter anderem Benzin, Kerosin und Diesel gewonnen werden, übrig bleibt. Es handelt sich um eine zähe Masse, die so schadstoffhaltig ist, dass sie eigentlich als Sondermüll entsorgt werden muss. Entschärft die schwedische Entwicklung tatsächlich die Abgase, könnte der billige Treibstoff tatsächlich weiter genutzt werden.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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