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Deutschlandwetter im Mai 2011: Mai war recht warm, viel zu trocken und sehr sonnenscheinreich

Archivmeldung vom 30.05.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.05.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Bernd Knecht  / pixelio.de
Bild: Bernd Knecht / pixelio.de

Nach dem kühlen, nassen und trüben Mai des vergangenen Jahres zeigte der Mai 2011 in Deutschland, dass es auch anders geht: Bei sehr viel Sonnenschein und großer Trockenheit fiel der Monat trotz des kalten Beginns deutlich zu warm aus. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Wie schon die Monate Januar, Februar, März und April war auch der Mai 2011 in Deutschland mit im Mittel 13,9 Grad Celsius (°C) - der Klimawert liegt bei 12,1°C - zu warm. Dabei begann der Monat recht kalt: Am 3. erreichten die Maxima im Osten und Süden nur 5 bis10°C, in den Nächten vom 3. bis zum 5. trat deutschlandweit verbreitet leichter bis mäßiger Frost auf. Die tiefsten Werte meldeten jeweils am 4. Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge mit -6,1°C und Bad Königshofen in Unterfranken mit -5,8°C. Für die durch den ungewöhnlich warmen April bereits weit fortgeschrittene Vegetation hatte dies schlimme Folgen. In vielen Weinanbaugebieten entstanden Schäden an den Reben. Nach diesem kurzen winterlichen Intermezzo schnellte das Quecksilber wieder in den hochsommerlichen Bereich empor. So zeigte das Thermometer am 7. in Geldern-Walbeck an der niederländischen Grenze 30,0°C. Die bundesweit höchste Temperatur wurde am 26. in Regensburg mit 31,3°C gemessen.

Vierter erheblich zu trockener Monat in Folge

Mit etwa 41 Litern Niederschlag pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Mai 2011 nur 57 Prozent seines Solls von 71 l/m². Damit war er in Deutschland der vierte erheblich zu trockene Monat in Folge. Am trockensten war es in weiten Teilen Hessens, in Unterfranken, im südlichen Thüringen sowie in einigen Regionen Nordrhein-Westfalens. Gebietsweise kamen nur zehn Prozent des Solls zustande. So meldete Geldern-Walbeck an der niederländischen Grenze als trockenste deutsche Station 9 l/m². Doch gab es durchaus auch bemerkenswerte Niederschläge: Am 3. fielen sie in der eingeflossenen Kaltluft teilweise bis ins Flachland in fester Form. Um 7 Uhr meldete Eisenach starken Schneefall und um 12 Uhr lagen in Görlitz 3 cm Schnee. In Markt Erlbach-Mosbach westlich in Mittelfranken prasselte bei einem kräftigen Gewitter am 22. mit 57,3 l/m² die bundesweit höchste Tagessumme herab. An zahlreichen Stationen am unmittelbaren Alpenrand wurde das Regensoll für den Mai sogar übertroffen. Reit im Winkl lag hier mit 210 l/m² an der Spitze.

Erneut sorgten Hochdruckgebiete für viel Sonnenschein

Beim Sonnenschein brachte der Mai 2011 in Deutschland mit 269 Stunden einen deutlichen Überschuss gegenüber dem Soll von 196 Stunden. Hauptanteil daran hatte erneut der Einfluss zahlreicher Hochdruckgebiete, wie „Uta“, „Viktoria“, „Wilma“, „Xaveria“, „Yasmina, „Zinia“, „Ariane“ und „Birgit“. Besonders sonnig war der Südwesten Deutschlands, wo der Ort Tholey nördlich von Saarbrücken mit 319 Stunden die Tabelle anführte.

Das Wetter in den Bundesländern im Mai 2011 (In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte)

Schleswig-Holstein und Hamburg: Schleswig-Holstein war im Mai 2011 mit 12,8°C (11,5°C) das kälteste Bundesland; in Hamburg war es mit 14,0°C (12,4°C) deutlich wärmer. In Quickborn sank die Temperatur in der Nacht zum 3. am Erdboden bis auf -9,1°C. Beim Niederschlag erreichte Schleswig-Holstein mit 44 l/m² (54 l/m²) immerhin 82 Prozent des Solls, Hamburg kam dagegen mit 32 l/m² (58 l/m²) nur auf 55 Prozent. Durch die Trockenheit gerieten in der Nacht zum 8. bei Neugraben südwestlich von Hamburg 120 000 m² Wald und Moorfläche in Brand. Hamburg war mit 240 Sonnenstunden (213 Stunden) das sonnenscheinärmste Bundesland, Schleswig-Holstein belegte mit 247 Stunden (223 Stunden) den drittletzten Platz.

Niedersachsen und Bremen: In Niedersachsen lag das Temperaturmittel bei 13,8°C (12,3°C), in Bremen bei 13,9°C (12,4°C). In Niedersachsen notierte man nur 31 l/m² (61 l/m²) und in Bremen 36 l/m² (60 l/m²). Die Sonne zeigte sich in Niedersachsen 248 Stunden (202 Stunden); Bremen war mit 246 Stunden (205 Stunden) das zweitsonnenscheinärmste Bundesland. Bückeburg bei Minden bekam im Mai 2011 mit 209 Stunden den deutschlandweit wenigsten Sonnenschein.

Mecklenburg-Vorpommern: Die Auswertungen der DWD-Meteorologen ergaben, dass Mecklenburg-Vorpommern mit 13,5°C (11,9°C) im Mai 2011 das zweitkälteste Bundesland war. Die Niederschlagsmenge summierte sich auf 38 l/m² (51 l/m²) und die Sonnenscheindauer auf 266 Stunden (236 Stunden).

Brandenburg und Berlin: Im Mai 2011 zählte Brandenburg mit 14,5°C (13,1°C) zu den warmen Regionen Deutschlands, Berlin war durch den Großstadteffekt mit 15,2°C (13,6°C) sogar das wärmste Bundesland. Beim Niederschlag konnte man in Brandenburg 33 l/m² (54 l/m²) verbuchen, in Berlin 30 l/m² (54 l/m²). Die Sonne schien in Brandenburg 290 Stunden (224 Stunden) und in Berlin 284 Stunden (226 Stunden) lang.

Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt betrug die Mitteltemperatur im Mai 14,3°C (12,8°C) die Niederschlagsmenge 28 l/m² (52 l/m²) und die Sonnenscheindauer 285 Stunden (206 Stunden).

Sachsen: Die Klima-Experten des DWD errechneten für Sachsen durchschnittlich 13,9°C (12,3°C). Am 3. meldete Görlitz mittags um 12 Uhr nur +0,9°C und bei leichtem Schneefall eine Schneedecke von 3 cm. Die bundesweit tiefste Temperatur im Mai wurde mit -6,1°C am 4. in Deutschneudorf-Brüderwiese im mittleren Erzgebirge gemessen. In Zwickau fiel am 20. Hagel mit bis zu 4 cm dicken Körnern. Sachsen war mit 46 l/m² (67 l/m²) das drittnasseste und mit 299 Stunden (201 Stunden) das zweitsonnigste Bundesland. Mehr als 60 Prozent aller Stationen stellten neue Sonnenscheinrekorde auf.

Thüringen: Thüringen gehörte mit 13,6°C (11,7°C) zu den kälteren Bundesländern. Beim Sonnenschein verzeichnete der DWD 254 Stunden (195 Stunden), beim Niederschlag 33 l/m² (66 l/m²). Am Morgen des 3. meldete Eisenach starken Schneefall; in Erfurt bildete sich stellenweise eine Schneedecke. Ein Tornado nahe Rödigsdorf bei Apolda verursachte am 12. ab 14.30 Uhr Schäden in einigen Gärten.

Nordrhein-Westfalen: Die Temperatur lag im Mai bei 14,2°C (12,4°C) und die Sonnenscheindauer bei 276 Stunden (190 Stunden). Ein lokales Gewitter mit walnussgroßem Hagel überschwemmte am Abend des 10. in Viersen bei Mönchengladbach mehrere Straßen. Dennoch war Nordrhein- Westfalen mit nur 23 l/m² (72 l/m²) das zweit-trockenste Bundesland. Geldern-Walbeck an der holländischen Grenze erhielt im Mai mit 9 l/m² den bundesweit wenigsten Regen.

Hessen: Hier ermittelten die Meteorologen eine Mittel-Temperatur von 14,0°C (12,1°C). In der Nacht zum 4. entstanden im Rheingau erhebliche Frostschäden am Wein. Hessen zählte mit 291 Stunden (194 Stunden) zu den sonnenscheinreichen Regionen und war mit 19 l/m² (71 l/m²) das trockenste Bundesland.

Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz war mit 295 Stunden (191 Stunden) ein sehr sonnenscheinreiches und mit 14,6°C (12,2°C) das zweitwärmste Bundesland. Trotzdem sorgte die Frostnacht vom 3. auf den 4. für Schäden an den Weinreben. Die Regenmenge blieb mit 28 l/m² deutlich unter dem Soll (70 l/m²).

Saarland: Das Saarland präsentierte sich im Mai 2011 mit 14,6°C (12,5°C) als eines der wärmsten und mit 28 l/m² (79 l/m²) als eines der trockensten Bundesländer. Mit 303 Stunden (199 Stunden) glänzte es als sonnenscheinreichstes Bundesland. Tholey nördlich von Saarbrücken war mit 319 Stunden die sonnigste deutsche Station.

Baden-Württemberg: Für Baden-Württemberg, dem zweitnassesten Bundesland, notierten die Meteorologen 50 l/m² (96 l/m²), 282 Sonnenstunden (189 Stunden) und 14,2°C (11,9°C). Am 26. stieg die Temperatur in Rheinfelden am Hochrhein auf 31,0°C.

Bayern: Hier betrug die mittlere Temperatur 13,6°C (11,7°C). In der Nacht zum 4. sank das Quecksilber verbreitet bis unter -5°C, wie z.B. in Bad Königshofen in Unterfranken mit -5,8°C. Besonders im Bereich des Maindreiecks traten daher Frostschäden an den Weinreben auf. Andererseits meldete Regensburg mit 31,3°C am 26. den bundesweit höchsten Wert. Obwohl Unterfranken zu den trockensten Gebieten Deutschlands gehörte, war Bayern mit 72 l/m² (90 l/m²) das mit Abstand nasseste Bundesland; Reit im Winkl war mit 210 l/m² der regenreichste deutsche Ort. In Markt Erlbach-Mosbach westlich von Fürth entstand bei einem kräftigen Gewitter am 22. mit 57,3 l/m² die bundesweit höchste Tagessumme. Die Sonne schien in Bayern 278 Stunden (194 Stunden) lang.

*Alle in dieser Pressemitteilung genannten Monatswerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten zwei Tage des Monats verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung. 

Quelle: DWD

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